Schleswig : Ärger um Bauprojekt im Lollfuß

Die zwei Neubauten sollen auf dem ehemaligen Mackrott-Grundstück entstehen, das seit Monaten brachliegt (rechts unten im Bild).
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Die zwei Neubauten sollen auf dem ehemaligen Mackrott-Grundstück entstehen, das seit Monaten brachliegt (rechts unten im Bild).

Anwohner haben Einwände gegen Pläne von Investor Arne Hansen.

shz.de von
05. Juli 2018, 07:00 Uhr

Er sei grundsätzlich ein Optimist, sagt Arne Hansen – auch mit Blick auf sein großes Bauvorhaben zwischen Lollfuß und Schleistraße, das ihn schon einiges an Zeit und Geld gekostet habe. Trotzdem scheint er als Bauherr die Zuversicht und den Mut, dieses Projekt doch bald starten zu können, nicht verloren zu haben.

Seit vielen Monaten ruht die riesige Baustelle still vor sich hin. Hinter der hohen Einzäunung tut sich nichts. Nur die Ankündigung auf dem Bauschild weist auf das Kommende hin: Hier entstehen „komfortable Wohnungen und attraktive Gewerbeflächen“, heißt es da. Was also steckt dahinter, dass immer noch keine Bauhandwerker zu sehen sind?

Arne Hansen, Unternehmer und Betreiber der „Levslund“-Einrichtungen in Klappschau, spricht gegenüber den SN von mehreren Planänderungen, die er und sein Architekt in der Zwischenzeit hätten vornehmen müssen – und zwar wegen der Einwände von Anwohnern und auch einiger Änderungsvorschläge aus dem Bauausschuss.

„Eigentlich hatte ich die Erwartung, dass das Meiste schon im Vorwege geklärt worden sei, nachdem ich im Herbst 2015 eine Bauvoranfrage beim Stadtbauamt stellte“, erklärt Hansen. Seine Bauvoranfrage sei damals positiv beschieden worden, so dass er sich in Planungssicherheit wähnte und seinen Architekten mit konkreten Bauplänen beauftragte.

Von Einwänden der Anwohner habe er dann erst im Oktober 2017 erfahren. Mittlerweile haben er und sein Architekt die „wohl neunte Fassung“ für die Bebauung des Grundstücks Lollfuß 81 bis zur Schleistraße 32 vorgelegt, erzählt er. Das Grundstück samt Altbaubestand hatte er von Rolf Mackrott, dessen Vater dort ein Eisenwarengeschäft betrieb, erworben. Der Abbruch der alten Gebäude ging Ende 2017 vonstatten.

Hintergrund des Streits um das Neubauprojekt ist, dass die unmittelbaren Anwohner die geplanten Bauten für zu hoch und massiv halten – sie befinden sich in rechtlicher Auseinandersetzung mit der Stadt als Genehmigungsbehörde, heißt es. Öffentlich dazu Stellung nehmen möchten die Anwohner aus diesem Grund nicht. Auch Stadtsprecher Eric Gehrke wollte gestern auf Nachhaken der SN nichts Genaueres mitteilen. Nur soviel: „Wir befinden uns in einem laufenden Verfahren und können aus rechtlichen Gründen keine Stellungnahme abgeben.“

Ein Streitpunkt sei jedoch aus der Welt geschafft, berichtet Bauherr Hansen. Weil der geplante Bau an der Schleistraße 32 dem Nachbarn zu nahe an seine Grundstücksgrenze geplant war, halte man jetzt (siehe nebenstehende Bauskizze) genau 5,40 Meter Grenzabstand ein.

Der aktuelle Stand des Gesamtvorhabens sieht so aus: Für das fünfgeschossige Gebäude im Lollfuß 81 hat Arne Hansen nach eigenen Worten jetzt eine Baugenehmigung, für den zweiten Bau auf dem Grundstück Schleistraße 32 noch nicht. „Mir liegt aber daran, ausstehende Streitpunkte und Unklarheiten einvernehmlich mit allen Beteiligten zu regeln“, betont er und bezeichnet sich als „Amateur-Investor“. Daher würde er einen B-Plan befürworten, der die Art und Weise der Bebauung an der Stelle verbindlich festlegt.

Trotz Baugenehmigung will Hansen noch nicht im Lollfuß 81 loslegen: „Erst, wenn die Stadt auch grünes Licht für die Schleistraße 32 gibt, fangen wir an zu bauen.“

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