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Schleswiger Nachrichten

22. August 2017 | 09:59 Uhr

Schleswig : Abschied von der Lollfuß-Idee

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die CDU ist vom Theaterstandort auf der Freiheit überzeugt – und kritisiert den Denkmalschutz.

Lange Zeit hatte die CDU in der Theaterdebatte immer wieder auch den Standort Lollfuß ins Spiel gebracht. Doch das ist nun kein Thema mehr. „Der Lollfuß ist definitiv vom Tisch“, stellte der Schleswiger Ortsvorsitzende Helge Lehmkuhl am Donnerstagabend bei der Jahresversammlung des CDU-Stadtverbandes klar. Das sei in der Ratsfraktion einhellig beschlossen worden. Er reagierte damit auf die Frage eines Parteifreundes, der wissen wollte, warum man nicht den alten Theaterstandort wähle, wenn – wie auf der Freiheit geplant – jetzt doch ein Neubau entstehen soll. Ein neues Theater im Lollfuß würde mindestens 18 Millionen Euro und damit viel zu viel kosten, so Lehmkuhl. Der geplante Anbau eines Theatersaales an das „Heimat“-Gebäude werde hingegen derzeit mit etwa acht Millionen Euro veranschlagt. Eine verlässlichere Kostenermittlung wird im Frühjahr erwartet.

Die Stadt will maximal fünf Millionen Euro für ein neues Theater ausgeben. Zwei bis drei Millionen Euro soll Kiel beisteuern. „Vom Land kommen positive Signale“, sagte Lehmkuhl. Dass die Finanzierung des Theaterbaus aber keineswegs gesichert sei, machte die stellvertretende CDU-Vorsitzende Steffanie Hildebrandt deutlich, die dem städtischen Finanzausschuss vorsteht. Im normalen Haushalt der hoch verschuldeten Stadt würde eine zusätzliche Investition von fünf Millionen Euro von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt werden. Und es dürfe ja nicht sein, dass andere Bauvorhaben deshalb hinten runterfallen, ergänzte Lehmkuhl. Die Verwaltung sei nunmehr gefordert, mit dem Land entsprechende Gespräche zu führen.

Es passte zur adventlichen Stimmung der Versammlung im Hotel „Hohenzollern“, dass der CDU-Chef in der Theaterfrage gleichwohl versöhnliche Töne anschlug. „Wir ziehen jetzt fraktionsübergreifend an einem Strang und sind auf einem guten Weg.“

Der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Johannes Callsen erklärte in seinem Gastvortrag, dass man die aus seiner Sicht viel zu geringen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur zu einem zentralen Thema im Landtagswahlkampf machen werde. Zudem griff er die Proteste der Holmer auf, deren Siedlung gegen ihren Willen unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Callsen kritisierte das mit der Mehrheit der Regierungsfraktionen verabschiedete Denkmalschutzgesetz: „Die wirtschaftlichen Interessen der Eigentümer spielen keine Rolle mehr.“

Die stellvertretende CDU-Ortsvorsitzende Susanne Ross, selbst Holmerin, sagte, der Landeskonservator zerstöre die gelebte Tradition der Fischersiedlung. „Auf dem Holm herrscht eine solche Sozialkontrolle. Da würde sich ohnehin niemand trauen, etwas hinzubauen, was dort nicht hingehört.“

Der CDU-Stadtverband zählte Ende November 191 Mitglieder – fünf weniger als Ende 2015. Erfreulich sei, so Helge Lehmkuhl, dass drei neu eingetretene Mitglieder beabsichtigten, in der Fraktion mitzuarbeiten. „Das ist eine Bestätigung unserer Arbeit hier vor Ort.“

Ein Schwerpunkt der CDU werde im neuen Jahr wieder die Veranstaltungsreihe „Wir bewegen die Stadt“ sein, kündigte der Vorsitzende an. Der erste Termin sei der 5. Januar, an dem man das neue Gebäude der Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF) im Lollfuß besuchen werde.

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erstellt am 11.Dez.2016 | 07:25 Uhr

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