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Ende einer lokalpolitischen Ära : Abschied für Urgestein Berlau

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Rund 100 Weggefährten kamen, um dem Kommunalpolitiker für sein jahrzehntelanges Engagement zu danken

Zur offiziellen Verabschiedung von Hans-Werner Berlau, dem ehemaligen Vorsteher des Amtes Südangeln, waren etwa 100 Vertreter aus Kommunal- und Landespolitik, Vertreter der Zweckverbände und die Amtsmitarbeiter gekommen. Sein kommunalpolitisches Engagement wurde von allen Seiten gelobt.

„Deine Stärke war es, Ausgleich und Übereinstimmung zu schaffen. Du warst Vermittler und Schlichter gleichzeitig“, sagte sein Amtsnachfolger Edgar Petersen in seiner Laudatio. Berlau habe es immer verstanden, mit seiner ruhigen, menschlichen und sachlichen Art Mehrheits- oder einstimmige Beschlüsse herbeizuführen. Petersen würdigte auch die Unterstützung, die Berlau durch seine Ehefrau Anne Lene erfahren habe.

Landrat Dr. Wolfgang Buschmann bezeichnete Berlau als „Urgestein kommunaler Selbstverwaltung“, der nicht nur davon rede, sondern sie zum Vorteil aller Parteien und in vielfältiger Weise praktiziere. „Da hat einer gewirkt, der weiß, dass wir in unserer Gesellschaft nur dann auf die Entwicklung zum Positiven hinsteuern und die Gegenwart und Zukunft prägen können, wenn wir uns ganz persönlich und glaubhaft engagieren“, sagte er.

Haddebys Amtsvorsteher Ralf Feddersen würdigte insbesondere Berlaus Engagement für die Aktivregion und das vorgeschaltete EU-Projekt Leader plus. „Die Erfolgsgeschichte von Leader plus, die auf das Engste mit der Person Hans-Werner Berlau verknüpft ist, hat im Kontext kommunalen Handelns nahezu historische Dimensionen“, stellte er fest. Nur selten zuvor sei es gelungen, das Denken und Handeln von Kommunalpolitik auf den Regionsgedanken zu fokussieren. Als Geschenk überreichte er einen handgemalten Wikingerschild, den Berlau über sich halten könne, damit ihm der Himmel nicht auf den Kopf falle.

Jörg Bülow, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des schleswig-holsteinischen Gemeindetages, würdigte das Engagement Berlaus in diesem Gremium, dessen Landesvorstand er angehörte. „Als Vertreter der jüngeren Generationen sind wir Ihnen zu großem Dank dafür verpflichtet, dass sie jahrzehntelang einen großen Teil ihrer Freizeit für den Aufbau unserer demokratischen Gesellschaft eingesetzt haben“, sagte er .

Heiko Albert, der während Berlaus gesamter Amtszeit leitender Verwaltungsbeamter in Südangeln war, bescheinigte ihm nie versagende Freundlichkeit, Geradlinigkeit und Verlässlichkeit, den es aber immer gereizt habe, etwas Neues, Kompliziertes mit vielen Beteiligten anzufassen. „Eine für mich bemerkenswerte Fähigkeit von Hans-Werner Berlau ist es, sehr frühzeitig zu erkennen, wenn Themen eine deutlich größere Bedeutung für die Gemeinden erlangen könnten, als es zunächst den Anschein hat und sich dann schon zu Beginn engagiert einzubringen“, fuhr er fort.

Amtswehrführer Klaus Uck dankte Berlau für das Engagement, das er für die Feuerwehr aufgebracht hat – insbesondere für die Jugendfeuerwehr. Als Anerkennung zeichnete er ihn mit der Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes aus.

Der Geehrte selbst dankte allen Weggefährten seiner kommunalen Laufbahn. Ihm falle der Abschied schwer, sagte Berlau. In einem Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte der 67-Jährige, dass der Abschied von der Kommunalpolitik ein persönlicher Entschluss sei. „Man soll immer dann gehen, wenn es am schönsten ist“, meinte er. Er habe über viele Jahre 70 Stunden in der Woche ehrenamtlich gearbeitet. Das ginge nur, wenn der Ehepartner das mitmache. Denn Bürgermeister und Amtsvorsteher sei man auch am Wochenende. „Aber ich möchte keines der Jahre und keines der Ämter missen“, so Berlau. Er sei nie dazu gezwungen worden und habe das immer aus freien Stücken getan. „Und mir hat das unheimlich viel Spaß gemacht“, bekannte er.




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erstellt am 21.Aug.2013 | 00:31 Uhr

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