Urteil des OLG Schleswig : Absatzfalle: Gericht gibt Tipps für Frauen mit hochhackigen Schuhen

Frauen bekommen nur unter bestimmten Voraussetzungen Schadenersatz, wenn sie mit ihren Pumps in Gitterrosten hängenbleiben und sich verletzen. Symbolbild
Frauen bekommen nur unter bestimmten Voraussetzungen Schadenersatz, wenn sie mit ihren Pumps in Gitterrosten hängenbleiben und sich verletzen. Symbolbild

Eine Frau wollte Schadenersatz, weil sie mit ihren Pumps in einem Gitter hängengeblieben und gestürzt war.

shz.de von
12. Mai 2017, 13:52 Uhr

Schleswig | Wer mit hochhackigen Schuhen in einem Fußabtreter-Gitterrost hängenbleibt und stürzt, ist selbst Schuld. Zumindest dann, wenn es auf einem Privatgrundstück passiert. So lässt sich eine Entscheidung des Oberlandesgerichts in Schleswig interpretieren, die die Behörde nun veröffentlicht hat. Sie gab der Eigentümerin eines Wohnhauses Recht, die gegen ein früheres Urteil des Landgerichts Kiel Berufung eingelegt hatte. Die Mutter einer Mieterin der Angeklagten hatte Schadenersatz verlangt, nachdem sie beim Besuch ihrer Tochter mit den Absätzen in einem Fußabtreter-Gitter vor der Wohnungstür des Hauses hängengeblieben und gestürzt war.

Das Gitterrost sei „verkehrswidrig“, hatte die Klägerin argumentiert, weil es größere Öffnungen habe als in einem „Merkblatt für Metallroste“ empfohlen. Die Richtlinie gelte nur für öffentliche Wege, argumentierte das Oberlandesgericht. Vor Wohnhäusern sei mit Fußabtretern zu rechnen, außerdem „begründet jedes Gitterrost die Gefahr, mit solchen Damenschuhen, wie sie die Klägerin trug, hängen zu bleiben“, hieß es bei der Behörde.

Für Träger hochhackiger Schuhe hatte das Gericht sogar noch einen Praxistipp parat: „entweder seitlich daran vorbeigehen oder aber den Schritt auf das Gitterrost nicht mit dem Absatz, sondern mit dem Ballen setzen.“

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