Hanchen Schmoldt : 93-Jährige strickt Schühchen für Schleswiger Babys

Hanchen Schmoldt (rechts)
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Einen Karton mit Baby-Schühchen schenkte die 93-jährige Schleswigerin Hanchen Schmoldt dem Geburtshilfe-Team um Chefarzt Frank Liedke)

Sie überreichte der Helios-Geburtsklinik mehr als 60 Paar Schuhe und Strickmützen: Hanchen Schmoldt, 93 Jahre alt und mehrfache Urgroßmutter, macht jungen Eltern eine Freude.

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19. November 2013, 17:15 Uhr

Erst wenige Stunden auf der Welt, und sie scheint sich überaus wohl zu fühlen, die kleine Nele Sophia. Gerade hat sie selbst gestrickte Schühchen mit dazu passender Wollmütze geschenkt bekommen, die sie sich klaglos überziehen lässt. Warm eingepackt gähnt sie zufrieden. Nichts anderes wollte Hanchen Schmoldt, 93 Jahre alt, mit ihrem Geschenk für die Geburtshilfe-Abteilung im Helios-Klinikum erreichen: Dass sich Babys, Eltern und Klinikpersonal an den von ihr gestrickten mehr als 60 Baby-Schuhpaaren und 20 Wollmützen erfreuen. Gestern hat sie, selbst Großmutter und Urgroßmutter, die bunte Wollpracht an Chefarzt Frank Liedke und Leitende Hebamme Karin Lorenzen übergeben.

60 Paar Baby-Schuhe – die 93-jährige Dame, die nebenbei noch ihren Haushalt selbstständig regelt, strickt jeden Tag. Einmal in der Woche, montags, mischt sie sich unter die Strick-Profis. In der Familienbildungsstätte auf dem Michaelisberg holt sie sich neue Anregungen. „Jeder einzelne Schuh wird in einem Stück gestrickt, alle auf 40 Maschen“, sagt sie. Karin Lorenzen und Chefarzt Liedke betonen bei der Übergabe, dass sie für ihre Neugeborenen auf der Station ausschließlich Selbstgestricktes verwenden. Das habe einfach mehr Chic für die kleinen Babys, meint die Hebamme.

Hanchen Schmoldt („meinen Vornamen hat der Standesbeamte 1920 versiebt und mir nur ein N gegeben“) hat auch international beste Erfahrungen mit ihren selbst gestrickten Baby-Schuhen gemacht. Sie erzählt: „Diese habe ich auch bei unseren früheren Urlauben auf Campingplätzen in Österreich, Norwegen oder Schweden einigen Hochschwangeren geschenkt, die mir dann nach der Geburt ihres Kindes ein Foto nach Schleswig geschickt haben.“

Etwa 500 Babys kommen jedes Jahr in der Geburtshilfe des Schleswiger Krankenhauses zur Welt. Der aktuelle Stand liegt bei Baby Nr. 432. „Wir sind mit dieser Entwicklung sehr zufrieden“, betont Chefarzt Liedke. Denn trotz des allgemeinen Bevölkerungsrückgangs sei die Zahl der Neugeborenen in seiner Abteilung konstant geblieben. Die Geburtshilfe im Helios-Klinikum ist gerade erst komplett modernisiert worden und verfügt über sechs Zweibettzimmer mit neuen Bädern. Jederzeit könne ein Familienzimmer eingerichtet werden, damit auch der Vater bei seinem Baby sein kann. Die drei Kreißsäle seien wie alle Zimmer mit besonders fröhlichen Farben versehen worden.

Das Geburtshilfe-Team um Chefarzt Liedke besteht aus sieben Ärzten und acht Kinderkrankenschwestern. Liedke hebt heraus, dass bei auftretenden Komplikationen die Kinderabteilung gleich nebenan zur Verfügung stehe. Um Karin Lorenzen gruppieren sich 14 Hebammen, die gemeinsam vielfältige Kursangebote für werdende Eltern vor, aber auch nach der Geburt organisieren: „Bei unserem Familien-Treffpunkt etwa, den wir anbieten, ist immer viel los.“

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