Meltdown-Festival : 800 Metal-Fans feiern in Schuby

Die Band „Divide“ aus Kiel in der der Veranstalter Moritz Paulsen Schlagzeug spielt, heizt den Besuchern ordentlich ein.
Die Band „Divide“ aus Kiel in der der Veranstalter Moritz Paulsen Schlagzeug spielt, heizt den Besuchern ordentlich ein.

Headbanging, Pogotanzen, lauter Gesang und harte Bässe: Das war das Meltdown-Festival in Schuby.

shz.de von
04. September 2017, 11:38 Uhr

Headbanging, Pogotanzen, lauter Gesang und harte Bässe, am Freitag und Sonnabend war das Schubyer Gewerbegebiet davon erfüllt. Das Meltdown-Festival ging vergangenes Wochenende in die sechste Runde und fand nun schon zum zweiten Mal in Schuby statt. Ein unausgesprochener Dresscode ist bei den Metallern wohl schwarze Kleidung, mit vielen Emblemen bestickt, meist von den jeweiligen Lieblingsbands, und lange Haare – diesen Eindruck erhält man zumindest, wenn man das Festivalgelände betritt. Das liegt wohl daran, dass die Musikrichtung Metal größtenteils nur echte Fans anspricht und sich somit nur einige wenige Einheimische, die nichts mit Metal am Hut haben, hier hin verirren.

Zwar stammten viele der rund 800 Besucher aus der Region, doch das neue Campingangebot wurde trotzdem von 110 Besuchern zum Schlafen und Frühstücken genutzt. Eine weitere Premiere war, dass zusätzlich zum Sonnabend auch schon am Freitagabend gerockt wurde.

Klarer Hauptakt am Freitag war die Schleswiger Band „Rezet“. Viele Besucher kamen eigens für die vier Männer aufs Festival. Vor der Hauptbühne tobte es und jede Menge Fans tanzten ausgelassen und brüllten die Songtexte mit. Am Sonnabend dann kamen „Divide“ und auch „Slowly Rotten“ sehr gut an. Die Stimmung war ganz oben und die tanzende Menge vor der Bühne ließ sich ganz und gar von der wilden Musik mitreißen.

Besucherin Merle Sophie Buschke (20) kam aus Berend und war mit ihren Freundinnen und Eltern dort. Sie ist seit 2013 jährlich beim Meltdown dabei und erklärte, warum: „Ich finde es toll, dass es so ein Festival in Schleswig und Umgebung überhaupt gibt. Man sieht hier ja auch viele Leute von früher wieder, das ist wirklich cool.“

Das Motorradclubmitglied Jog Drescher (29) aus Erfde saß mit seinen Freunden am Tisch und trank Bier, während er zu den wummernden Bässen im Takt mitwippte: „Ich bin jetzt zum ersten Mal hier, aber die Musik finde ich schon länger gut. Es ist einfach toll, was einem hier für so wenig Geld an Bands geboten wird. Ich kannsolange feiern, wie ich will. Ich schlafe nachher einfach in meinem Bus auf dem Campingplatz.“

Das Experiment, das Festival zu vergrößern ist also gut gelungen, freuten sich auch die beiden Veranstalter Lukas (24) und Moritz Paulsen (29). Die Brüder sind nun schon seit vielen Jahren in der Musikszene aktiv und gehören zu den Gründern des Meltdowns. Lukas Paulsen ist zufrieden: „Es läuft alles genauso ab, wie wir uns das vorgestellt haben und für die Camper machen wir sogar morgens ein bisschen Brot und Kaffee fertig und fahren damit einmal über den Platz.“

Die Bands, die mittlerweile nicht mehr nur aus Schleswig und Umgebung kommen, sondern auch aus Schweden, Tschechien und Brasilien, kennen die Jungs meistens persönlich, was dem ganzen einen familiären Anstrich gibt. Trotz des Campings und der Bands aus aller Welt will Moritz Paulsen das Festival klein halten: „Klar ist es schön, wenn alles so gut ankommt und auch viele Besucher kommen. Trotzdem wollen ein gemütliches Festival machen, das sich jeder leisten kann.“ Einige der Besucher beschreiben das Meltdown sogar schon liebevoll als „Wacken in klein“.

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