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Klein Bennebek : 72-Stunden-Schicht für die Landjugend

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Landjugendgruppe Lütt Bembek hat das Dorf auf Vordermann gebracht.

Gespannt warteten die Mitglieder der Landjugend Lütt Bembek am Donnerstagabend um 18 Uhr auf den Bürgermeister Ernst Stolley. Dieser zog die Aufgabenstellung für die 72-Stunden-Aktion aus der Tasche. Etliche Wünsche rund um die alte Schule standen auf der Liste der Gemeinde: den Sandkasten erneuern, eine Sprunggrube für Weitsprung und einen Abwurfbereich für Kugelstoßen sowie einen Fallschutz für Spielgeräte herstellen und neue Sitzbänke bauen. Auf der Vorderseite des Gebäudes sollte eine Kieselrinne zur Versickerung von Regenwasser hergestellt werden. Die größte Herausforderung war jedoch, den alten „Schüttkoben“ in einen Rastplatz zu verwandeln. Dieser Schüttkoben steht an der Straße nach Börm kurz hinter dem Ortsschild von Klein Bennebek. Vor mehr als 100 Jahren diente er dazu, Rinder und Schafe darin einzusperren, die aus den Koppeln ausgebrochen waren. Das Tor war mit einem Vorhängeschloss versehen. Wer entlaufene Tiere einfing, benachrichtigte den Schütter – das war damals „Groot Hinnerk vun de Sandkuhl“, Hinrich Greve. Er hatte die Aufgabe, die Tiere mit Futter und Wasser zu versorgen, bis der Besitzer sie wieder abholte. Wollte ein Tierhalter seine Tiere zurück haben, musste er zunächst „Schüttgeld“ bezahlen, so wurde der Obolus zur Deckung der Futterkosten genannt. Anfang der 1960er Jahre wurde der Schüttkoben überflüssig, denn Stacheldraht- und Elektrozäune machten die Koppeln ausbruchsicher.

Nachher:  Die Landjugendgruppe Lütt Bembek präsentiert den einstigen Schüttkoben als neuen Rastplatz für jedermann.
Nachher: Die Landjugendgruppe Lütt Bembek präsentiert den einstigen Schüttkoben als neuen Rastplatz für jedermann. Foto: ute (2)
 

Dieser alte Schüttkoben war im Laufe der Jahre zugewachsen. Bei der ersten Besichtigung stand Kristian Kramer, Vorsitzender der Landjugend Lütt Bembek, hüfthoch in den Brennnesseln. Es musste zunächst gemäht und gerodet werden. In die Eisenumrandung wurde eine Lücke geschnitten, damit der Platz ungehindert betreten werden kann. Tische und Bänke wurden gezimmert und dienen nun dort als Ruheplatz. „Das Holz haben wir bei der alten Schule gefunden“, berichtete Florian Rodenbusch.

Am Sonntagabend, nach 72 Stunden Arbeit, war alles geschafft. Die Gemeinde Klein Bennebek hat das Material bezahlt, die Nord-Ostsee-Sparkasse und die Schleswiger Volksbank haben jeweils 200 Euro gespendet. Gemeindevertreterin Elke Harder hatte im Vorfeld weitere Sponsoren gesucht. Für die Verpflegung der Landjugend während der dreitägigen Aktion haben Bäcker Jöns und Schlachter Hartwich, beide aus Tetenhusen, Brot und Grillgut gespendet. „Frauen aus dem Dorf haben Kuchen gebacken, Frikadellen gebraten und Salate gemacht“, so Elke Harder. „Wir freuen uns besonders, dass auch vier Flüchtlinge aus Kropp bei dieser Aktion geholfen haben“, berichtete Lars Harder, der das Projekt beratend begleitete.

Die eigentliche 72-Stunden-Aktion der Landjugenden in Schleswig-Holstein hat unter dem Motto „Wi mookt dat“ bereits im Mai stattgefunden. Aus terminlichen Gründen führen die Gruppen von Lütt Bembek, Mohrkirch und Grundhof ihre Aktionen im Juni durch. Mehr als 1000 junge Menschen aus 36 Landjugendgruppen waren an dem landesweiten Projekt beteiligt, das unter der Schirmherrschaft des Wetterexperten Meeno Schrader stattfindet. Für die Landjugend Lütt Bembek war es bereits die fünfte Aktion dieser Art.


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