VHS Schleswig : 700 Angebote zur Weiterbildung

VHS-Leiter Christian Hennig und Dozentin Wiebke Fischer vor den frisch gedruckten 33  000 neuen Programmheften.
VHS-Leiter Christian Hennig und Dozentin Wiebke Fischer vor den frisch gedruckten 33 000 neuen Programmheften.

Die Volkshochschule stellt ihr neue Frühjahrsprogramm vor. Dabei sind auch spezielle Kurse für Analphabeten und Flüchtlings-Lotsen.

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07. Januar 2015, 07:35 Uhr

Auf ein „gutes Jahr 2014“ blickte der Leiter der Schleswiger Volkshochschule, Christian Hennig, zurück, bevor er gestern das frisch gedruckte Programm für das neue Frühjahrssemester offiziell vorstellte. 4800 Teilnehmer (ein Zuwachs von fünf Prozent im Vergleich zu 2013) bei rund 400 Seminaren und Kursen seien ein sehr ordentliches Ergebnis gewesen, betonte er und blickte gleichzeitig vorsichtig optimistisch in die Zukunft: Denn für das laufende Jahr hofft er nun sogar, die 5000er-Marke bei den Kursteilnehmern knacken zu können.

Dafür soll in erster Linie ein attraktives neues Programm sorgen. In einer Auflage von 33  000 Stück wird das knapp 90 Seiten starke Heft in den kommenden Tagen an sämtliche Haushalte in Schleswig und Umgebung verteilt – bis hin nach Sörup, Kropp oder Fleckeby. Darin enthalten sind Inhaltsangaben und Termine für rund 700 Veranstaltungen. 300 davon bieten die Volkshochschulen der Ämter Amt Arensharde, Kropp-Stapelholm, Mittel- und Südangeln sowie in Sörup und Tarp an. Erneut etwa 400 finden an der VHS in Schleswig statt. „Das ist ein außergewöhnliches Angebot, wenn man die Größe der Stadt Schleswig betrachtet“, sagte Hennig.

Das wiederum beziehe sich auch auf die Vielfalt der Kurse, die sich erneut auf fünf große Kernbereiche verteilen: „Gesellschaft und Umwelt“, „Kultur und Gestalten“, „Gesundes Leben“, „Sprachen“ (diesmal kann man aus elf Fremdsprachen, darunter Japanisch und Arabisch, wählen) sowie „Beruf und Arbeitswelt“. Besonders groß sei nach wie vor, so Hennig, die Nachfrage nach Kursen rund um das Thema Stressabbau. „Da haben wir in manchen Bereichen lange Wartelisten.“ Entsprechend groß ist deshalb auch die Bandbreite der Angebote – vom inzwischen eher klassischen Autogenen Training bis hin zu Kundalani- und Hormonyoga oder Vipassana-Meditation.

Einen großen – und in seiner Bedeutung stetig wachsenden – Bereich im VHS-Programm nimmt auch das Thema Demenz ein. Unter anderem können Pflegekräfte in 160 Stunden den Umgang mit Demenzkranken erlernen und auf diesem Weg eine immer öfter nachgefragte Zusatzqualifikation erwerben. Hinzu kommen mehrere Fortbildungen für Demenzbetreuer und Angehörige.

Nicht ganz so breit gefächert, dafür aber in der Region einmalig, ist das Angebot für Analphabeten. Denn die Schleswiger VHS ist eine von nur fünf regionalen Beratungsstellen im Land zum Thema „Lesen und schreiben lernen für Erwachsene“. „Dieses Phänomen ist weiter verbreitet, als die meisten Menschen glauben“, erklärte Leiterin und Dozentin Wiebke Fischer. Demnach würden etwa 7,5 Prozent der erwachsenen Deutschen das übliche Lese- und Schreibniveau deutlich unterschreiten. Allerdings nähmen davon nur wenige das Hilfsangebot der Volkshochschulen an, das vom Landesförderprogramm Arbeit und aus dem Sozialfonds der EU finanziert wird. In Schleswig, wo es das Angebot bereits seit 25 Jahren gibt, liegen die Teilnehmerzahlen regelmäßig zwischen 35 und 40. „Es könnten natürlich mehr sein. Aber viele Menschen, die dieses Defizit haben, ziehen sich zurück oder haben sich Systeme aufgebaut, um durchs Leben zu kommen, auch ohne lesen zu können“, erklärte Fischer. Manche Betroffene könnten nicht einmal die Uhr lesen, gingen aber dennoch einer geregelten Arbeit nach. „Wir können sie aus dieser Situation rausholen und ihnen nicht nur Lesen und Schreiben beibringen, sondern ihnen dadurch auch Selbstvertrauen geben.“

Das wiederum ist auch eine der Aufgaben der ehrenamtlichen Lotsen, die sich um Flüchtlinge in Schleswig und der Umgebung kümmern. Für Interessierte startet nun erstmals, voraussichtlich Ende Januar, ein entsprechender Einführungslehrgang an der VHS.

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