Schleswig-Flensburg : 69 Jungstörche im Kreis geboren

Jörg Heyna beringt in diesem Nest drei Jungstörche.
Jörg Heyna beringt in diesem Nest drei Jungstörche.

Beringung und Bestandsaufnahme der Population: 42 Paare brüteten in diesem Jahr in der Region – vier weniger als im Vorjahr.

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22. Juli 2015, 07:52 Uhr

In Schleswig-Holstein sind dieses Jahr 270 Storchenpaare eingetroffen, zehn Prozent weniger als 2014 (293 Paare). Die Zahl der Jungstörche wird aber mit zirka 520 gleich sein. Die gute Wetterlage und das hohe Nahrungsangebot hat sich positiv auf die Geburtenrate ausgewirkt. Die ersten Störche kehrten bereits ab 26. Februar in die hiesige Region zurück, die letzten Anfang Mai. Die ersten Jungen schlüpften Ende April und die letzten erst im Juni. So mussten die Beringungen zu unterschiedlichen Zeiten vorgenommen werden, da die Jungstörche erst ab einer gewissen Größe mit einem Ring versehen werden können. Aber schon die ersten Nestbesichtigungen ließen auf ein gutes Storchenjahr hoffen.

Die Hollingstedter Storchenfreunde und Jörg Heyna, Weißstorchgebietsbetreuer für die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland, gingen mit der Hebebühne auf Beringungstour. Die Beringung ist die erste Bestandsaufnahme der Storchenpopulation. Insgesamt hat Jörg Heyna in den beiden Kreisen 74 Jungstörche beringt, davon zirka 40 im Bereich der Eider-Treene-Sorge Region. Im Kreis Schleswig-Flensburg brüteten 42 Horstpaare (46 im Jahr 2014 ), davon 32 mit Jungen ( 2014: 30 Paare), zehn Horstpaare ohne Junge (2014: 16 Paare). 69 Jungstörche werden großgezogen (2014: 69). Hier gab es zwei Vierer- und sieben Dreierbruten, der Rest sind Zweier- und Einerbruten.

In Bergenhusen nisten 21 Paare, davon haben 13 Paare 29 Junge (Vorjahr 26 Junge) und acht Paare (38 Prozent) blieben ohne Nachwuchs. „Eine sehr hohe Zahl, die uns Sorgen machen muss“, stellt Heyna fest.

Erwähnenswert ist, dass dieses Jahr in Hollingstedt sechs Jungstörche flügge wurden – im Vorjahr waren es nur drei – und in Havetoft und in Börm jeweils eine Neubesiedlung zu verbuchen ist.

Die ersten Rückkehrer unter den Störchen waren Westzieher, die im Süden Spaniens überwinterten und somit einen kurzen Weg in ihre Brutregion hatten. Innerhalb der vergangenen 30 Jahre hat sich die Population der Störche in Spanien im Winter verzehnfacht auf zirka 60  000. Der Auslöser für das veränderte Zugverhalten ist bisher nicht bekannt. Die Vögel finden auf den Mülldeponien im Haushaltsmüll genug Nahrung. Dies ist während des Zuges von großer Bedeutung. Die Störche nehmen aber dadurch auch Schadstoffe und Krankheitskeime auf. Unklar ist allerdings, ob das Immunsystem der Vögel gut damit umgehen kann und ob es Genveränderungen gibt, die Auswirkungen auf die Brut haben. Ein Drittel der Störche der hiesigen Region sind „Westzieher“.

Der Rückflug der Ostzieher aus der Tschadregion und dem Sudan verzögerte sich dieses Jahr wegen Schneesturms und Unwettern in der Türkei und östlich der Alpen. Nur 75 Prozent der Ostzieher kamen wieder hierher zurück. Wo die restlichen 25 Prozent geblieben sind, ist nicht genau festzustellen.


>http://stoercheimnorden.jimdo.com


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