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Auf der Freiheit : 39 Millionen für neues Pflegeheim

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schon im kommenden Frühjahr sollen die Bauarbeiten für eine riesige Senioren-Wohnanlage auf der Freiheit beginnen. Aber nur, wenn auch der geplante Sportboothafen genehmigt wird.

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erstellt am 19.Aug.2014 | 12:15 Uhr

Läuft alles rund, dann bekommt die Stadt schon in einem halben Jahr nach dem neuen Krankenhaus eine zweite Riesen-Baustelle. Eine Unternehmensgruppe aus Hessen möchte auf der Freiheit eine Pflege-Einrichtung für 39 Millionen Euro bauen. Schon im Sommer 2016 könnten direkt gegenüber der A.-P.-Møller-Schule bis zu 300 Senioren einziehen. Als Betreiber ist die Berliner Vinatas GmbH vorgesehen, eines der größten deutschen Pflege-Unternehmen.

Vertreter des Bauherrn und des Betreibers stellten ihre Pläne gestern im Rathaus an der Seite von Bürgermeister Arthur Christiansen und Team-Vivendi-Geschäftsführer Volker Schlüschen vor. „Hier geht es nicht um bloße Absichtserklärungen, sondern wir haben unterschriebene Verträge, es ist alles rechtskräftig“, betonte Schlüschen. Schon als seine Projektentwicklungs-Gesellschaft das Kasernengelände auf der Freiheit übernahm, habe man versprochen, eine Pflegeeinrichtung zu schaffen. „Das Versprechen halten wir jetzt.“ Er bedankte sich ausdrücklich bei Bürgermeister Arthur Christiansen, der den Kontakt zum Investor angebahnt habe.

Wenn das mit Abstand größte Pflegeheim der Stadt tatsächlich gebaut werden soll, ist aber noch mehr Unterstützung vom Bürgermeister, seiner Verwaltung und der Kommunalpolitik erforderlich. Knackpunkt ist der Bebauungsplan 88 für das Gelände auf der Freiheit und hier insbesondere der Sportboothafen. Wie berichtet, ist dieser B-Plan noch immer nicht beschlossen, weil es verschiedene Einwände von den Holmer Fischern und von Naturschützern. Man habe zwar diskutiert, sagt Christiansen, das Verfahren für die Pflege-Einrichtung vom Verfahren für den Hafen zu trennen. Daran habe der Investor aber kein Interesse gehabt. „Er möchte schließlich lieber Segelboote vor der Tür haben als am Ende irgendwelche Hochhäuser.“ Noch im September soll der Bauausschuss über die Anpassung des B-Plans beraten. Christiansen hofft, das Verfahren bis Ende des Jahres abschließen zu können. „Eine Garantie kann aber niemand geben.“

Frühester Baubeginn wäre dann Anfang 2015. Helmut Peter, Geschäftsführer der Gießener Entwicklungsgesellschaft HP&P, spricht von 15 Monaten Bauzeit. Er zeigt sich sicher, in Schleswig auf ausreichend Nachfrage zu stoßen. „Wir haben dazu Untersuchungen anfertigen lassen, und ich habe auch ein gutes Bauchgefühl.“ Als Referenzen kann er 80 Pflege-Einrichtungen in ganz Deutschland vorweisen, die sein Unternehmen bereits realisiert hat. Aber auch für die HP&P-Gruppe gehört das Schleswiger Projekt mit seinen 140 Pflegebetten, 36 Appartements für betreutes Wohnen und weiteren 48 Senioren-Wohnungen zu den besonders großen. Das Heim soll die gesamte Palette der Seniorenbetreuung anbieten, vom „Service-Wohnen“ bis zur Pflege rund um die Uhr. Joachim Müller vom Betreiber Vitanas möchte als Zielgruppe „den Sozialhilfe-Empfänger genauso ansprechen wie den Selbstzahler“.

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