Neues KRaftwerk für Schleswig : 3,7 Millionen für mehr Effizienz

Wenn alle vier Maschinen auf voller Kraft laufen, herrscht in der Halle ein Geräuschpegel von über 120 Dezibel. Deswegen haben Bürgermeister Arthur Christiansen (l.) und Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs nur mit Ohrenschutz gut lachen.
Wenn alle vier Maschinen auf voller Kraft laufen, herrscht in der Halle ein Geräuschpegel von über 120 Dezibel. Deswegen haben Bürgermeister Arthur Christiansen (l.) und Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs nur mit Ohrenschutz gut lachen.

Wärme und Strom für die halbe Innenstadt: Stadtwerke nehmen neues Blockheizkraftwerk am Schwimmbad offiziell in Betrieb.

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10. Februar 2018, 19:51 Uhr

Wenn die vier riesigen Maschinen voll hochgefahren sind, versteht man sein eigenes Wort nicht mehr. Viel mehr noch: Ohne Hörschutz würden einem wahrscheinlich die Ohren wegfliegen. 120 Dezibel: So laut ist es in der Halle des neuen Blockheizkraftwerkes (BHKW) der Stadtwerke hinter der Schwimmhalle, das gestern offiziell in Betrieb genommen wurde.

Und diese Anlage hat es wahrlich in sich: Die Aggregate sind mit jeweils zwölf Zylindern und einem Hubraum von 50 Litern wahre Kraftpakete. Jede Maschine kommt pro Jahr künftig auf 5500 sogenannte Volllaststunden. Damit können sie zusammen jährlich bis zu 23,5 Millionen Kilowattstunden Strom und 27 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugen. „Wir sind mit diesem Kraftwerk auf dem neuesten Stand der Technik“, betonte ein sichtlich stolzer Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Schoofs.

Im vergangenen Jahr hatte die alte Anlage nach 26 Jahren ausgedient. Die Stadtwerke investierten daraufhin rund 3,7 Millionen Euro in das Nachfolgemodell. Allerdings sind in dem Preis auch eine ganze Menge Extras inbegriffen. So musste das Gebäude unter anderem aufgestockt werden, um im neuen Obergeschoss eine moderne Abgasanlage zu bauen, die den neuesten Umweltrichtlinien entspricht. Parallel dazu wurde auf dem Außengelände ein neuer Fernwärmespeicher mit einem Fassungsvermögen von 80 Kubikmetern errichtet. Jetzt also ist im Kraftwerk und drumherum alles neu: von den Motoren und der Schaltanlage über die Rohre und Leitungen bis hin zu den Fußböden. „Die Millionen, die hier investiert wurden, sind schon eine Hausnummer. Aber es ist gut angelegtes Geld“, sagte Sönke Büschenfeld, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke. Denn: Die Energie, die vor Ort erzeugt wird, bleibt auch vor Ort. So werden große Teile der Schleswiger Innenstadt von der Anlage aus mit Strom und Wärme versorgt, unter anderem der Stadtweg, die Kliniken auf dem Hesterberg und dem Stadtfeld, mehrere Schulen und künftig auch das neue Wohnquartier, das zurzeit an den Königswiesen gebaut wird.

Bürgermeister Arthur Christiansen betonte indes den Beitrag für den Klimaschutz, den Schleswig mit der Inbetriebnahme des neuen BHKW leiste. Schließlich würde die neue Anlage im Gegensatz zur alten deutlich weniger CO2 in die Atmosphäre blasen. „Ich bin froh, dass die Stadtwerke auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle einnehmen. So kann auch eine kleine Stadt wie Schleswig ihren Teil zu einer besseren Ökobilanz beitragen.“

Wolfgang Schoofs nahm das Lob gerne an. Passend dazu erläuterte er, dass die neuen Motoren einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent hätten – und damit rund zehn Prozent mehr als die alten Aggregate. „Das heißt, dass wir aus dem Erdgas, das wir hier verbrennen, jetzt deutlich mehr Energie rausholen als vorher.“

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