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25 Jahre Danewerk-Museum: Bedeutsam für Dänen und Deutsche

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

von
erstellt am 25.Sep.2015 | 18:22 Uhr

Als „wichtigen Beitrag der dänischen Minderheit für unsere Gesellschaft“ bezeichnete Landtagspräsident Klaus Schlie gestern das Danewerk-Museum, das sein 25-jähriges Bestehen mit einem Empfang beging. Die Einrichtung in Trägerschaft des Südschleswigschen Vereins (SSF), des Kulturträgers der dänischen Minderheit, nehme Aufgaben wahr, die über Grenzen hinweg wirkten. Es sei ein „europäisches Museum“, so Schlie, das einen wichtigen Stellenwert in der politischen Bildung sowohl in Dänemark als auch in Schleswig-Holstein einnehme. Den hohen Stellenwert des Museums betonte auch die Präsidentin des dänischen Folketing, Pia Kjærsgaard, die zudem die gute Nachbarschaft in der Grenzregion hervorhob.

Darin war sie sich mit dem Landtagspräsidenten einig, der sowohl die trennenden, aber auch die verbindende Wirkung des Danewerks hervorhob, das dem Museum Namen und Bestimmung gab. Einst dänischer Verteidigungswall, sei das Danewerk heute wichtiger Teil der dänischen wie der deutschen Geschichte – betrachtet aus verschiedenen Blickwinkeln zweier Kulturen in einem Land. Schlie: „Zur Gegenwart gehört: Schleswig-Holstein und Südschleswig gehören zusammen.“ Zu dieser Erkenntnis trage auch das Museum am Danewerk mit seiner Arbeit bei, indem es helfe, Verständnis für die jeweils andere Kultur zu wecken und Respekt zu üben. Beides sei eine wichtige Grundlage für die Demokratie.

Das von Nis Hardt geleitete Haus sei ein „wichtiges Museum an einem authentischen Ort“, genau wie das Wikingermuseum Haithabu. „Wir haben hier eine Symmetrie“, sagte Claus von Carnap-Bornheim, Leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, der die vielen Anknüpfungspunkte zwischen beiden Einrichtungen hervorhob. Nis Hardt sei es gelungen, das Museum nach seiner Gründung vor 25 Jahren frühzeitig in der Region und deren Museumslandschaft zu etablieren. Und er habe es vermocht, „drei Meisterwerke“ zu vollbringen: ein braunes Schild an der Autobahn („dafür muss man wirklich kämpfen“), Bundesmittel einzuwerben („alle Achtung!“) und eine immer gefüllte Eistruhe mit Cornetto Nuss („Du hast mir mehrmals das Leben gerettet“).

Auch auf den gescheiterten Antrag, das Danewerk und Haithabu auf die Welterbeliste der Unesco zu bekommen, ging von Carnap-Bornheim ein. „Sie können mir glauben, dieser 3. Juli gehört nicht zu den Highlights meiner Karriere“, betonte er – und fügte hinzu: „Aber wir lassen uns nicht entmutigen.“ Gerade im Umfeld des Danewerk-Museums sei mit den jüngsten für Deutschland und Dänemark gleichermaßen bedeutsamen Ausgrabungen viel erreicht worden, was helfen könnte, einen zweiten Anlauf erfolgreicher zu gestalten.

Musikalisch bereichert wurde der Jubiläumsempfang von Schülern der Flensburger Duborg-Schule, die teils von Gitarre, teils von Keyboard begleitet, mehrere Lieder sangen. Nach einer Stärkung durfte dann – wie am Danewerk-Museum üblich – eine Kanone (Nachbau einer Fibiger von 1834) ihren Dienst tun. Mehrere Schüsse zum Salut für ein kleines Museum mit – darin waren sich alle Festredner einig – großer Strahlkraft.

 

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