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Schleswiger Königswiesen : 25 000 Besucher bei den Wikingertagen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Andrang auf den Königswiesen so groß wie seit Jahren nicht mehr. Auch Sturmböen beeinträchtigen die Wikingertage nur wenig

„Woah!“ Der kleine Mads (6) stand mit Helm, Schild und Schwert bewaffnet im Wikingerdorf und übte sich im Kampfschrei. Nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene verwandelten sich die Königswiesen drei Tage lang in einen Ort, wo Wikingergeschichte gelebt wurde. Dafür sorgten Bogenschützen, Schmiedekünstler und auch Waffenexperten wie Peter „der Weitgereiste“ Dinklage, bei dem sich Kinder wie Mads als Nachwuchs-Wikinger versuchen konnten.

Der Bad Bramstedter betreibt sein Waffenmuseum seit drei Jahren „just for fun“ und zeigte Kindern, dass sie in voller Kampfmontur gut geschützt sind: „Ketten haben sich seit über 1000 Jahren als Schutz vor Schnitten bewährt.“ Auch dem Kopf von Mads konnte das Schwert nichts anhaben – lediglich am Helm blieben einige Beulen zurück.

Wie die Ketten – die noch heute in Form von Handschuhen als Schutzbekleidung in Schlachtbetrieben zum Einsatz kommen – hergestellt wurden, erklärte Sven Sommer. Beim Schmieden des Metalls sei nicht nur die Temperatur wichtig, sondern „auch deren Konstanz“. Dann zeigte er den Zuhörern ein filigranes Federmesser mit scharfer Klinge und verkündete: „Derjenige, der mir zeigt, dass man das mit Kraft schmieden kann, hat meine Schmiede gewonnen.“ Denn beim Schmieden gehe es weniger um Kraft, als um Technik, „nicht umsonst wird von Schmiede-Kunst geredet“. Der Wind war schuld daran, dass niemand die Herausforderung annehmen konnte. „Der Funkenflug war zu stark, da habe ich das Feuer lieber ausgemacht“, sagte Sommer und hielt ein Stück Jutestoff hoch, dessen Loch bewies, dass es ein Opfer der Funken geworden war. Bei seiner Frau am Nachbarstand „ist schon die erste Zeltplane kaputt gerissen“. Das war aber auch schon das einzige, worüber er sich bei seiner siebten Teilnahme bei den Wikingertagen beklagen wollte.

Egal ob in der Schmiede, beim Stockbrotbraten, Hörner schnitzen oder der Herstellung von Lederarmbändern – die vielfältigen Mitmachangebote waren so beliebt, dass sich vor vielen Ständen Schlangen bildeten. So auch beim Bogenschießen, wo der sechsjährige Rasmus aus Kaltenkirchen die Zielscheibe ins Visier nahm – und traf. Für Kinder gab es darüber hinaus auch in einem eigenen kleinen Dorf ein großes Angebot an Spielen, darunter Fische angeln, das Erlernen von Schwerttechniken an mehreren Holzpfosten oder auch das Melken einer Ziegenattrappe. Ergänzt wurde das Unterhaltungsprogramm durch eine kulinarische Vielfalt, bei der wikingerzeitliches Met gleich neben neuzeitlicher Bratwurst zu finden war.

In den Abendstunden dann verwandelten sich die Königswiesen in ein Open-Air-Festival-Gelände. Der musikalische Höhepunkt war am späten Freitagabend der Auftritt der Mittelalter-Rockband „Faun“, die in lauer Sommernacht-Luft für Begeisterung sorgte.

Die Veranstalter Kaj-Uwe Dammann und Stephan Vollbehr waren am Ende rundum zufrieden. Sie sprachen von bis zu 25 000 Besuchern. Das waren fast 5000 mehr als in den Vorjahren. „Schon der Freitag war ungewöhnlich gut besucht“, sagte Dammann. Der starke Wind beeinträchtigte die Veranstaltung nur ein bisschen. Einige Werbebanner mussten abmontiert werden, und der Fackel-Umzug, mit dem die Wikingertage am späten Sonntagabend traditionell enden, fiel aus Sicherheitsgründen diesmal aus.

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