200.000 Menschen hörten Radiopredigt des Bischofs

Bis zur letzten Minute dauerten die Vorbereitungen: Um Punkt 10 Uhr begann der Ostermontag-Gottesdienst im Dom, der live im Radio übertragen wurde.

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14. April 2009, 12:04 Uhr

Schleswig | Hätte man sämtliche Zuhörer des Ostermontag-Gottesdienstes in Schleswig unterbringen wollen, hätte St- Petri wohl die gesamte Altstadt bestuhlen müssen. 200 000 Menschen hörten die Osterpredigt des Schleswiger Bischofs Gerhard Ulrich. Ermöglicht wurde diese Reichweite vom Norddeutschen Rundfunk und vom Westdeutschen Rundfunk. Sie übertrugen den Gottesdienst live im Radio.

Die Resonanz vor Ort fiel allerdings etwas geringer aus als erwartet. 200 Besucher waren in das Gotteshaus gekommen. Vor dem Dom wurden sie mit Musik des Bläserchores der Domgemeinde empfangen. Die Liturgie wurde von Dompastorin Christina Lasch-Pittkowski gestaltet, als Lektorin wirkte Marlies Kováts mit. An der Marcussen-Orgel saß Domkantor Rainer Selle, es spielte das Kieler Bläserensemble unter der Leitung von Frank Hennig. Domküster Tim Schröder sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Pastorin Claudia Aue vom Evangelischen Rundfunkreferat bereitete die Zuhörer auf den Radio-Gottesdienst vor und übte mit der Gemeinde manche weniger bekannten Osterchoräle sowie einige liturgische Stücke ein. Sie wies auf die Bedeutung der Aufnahme-Lichter hin: Rot bedeutete "Mikrofone an", grün signalisierte "auf Sendung".

Bischof Ulrich predigte über das Evangelium Lukas Kap. 15, die "Emmaus-Jünger". Er verstand es, die Gedankenstränge in die heutige Zeit zu übertragen. Die Osterchoräle wurden teils von der Orgel, teils vom Bläser-Ensemble begleitet. Aus Zeitgründen musste der letzte geplante Gemeinde-Choral ausfallen.

Nach dem Gottesdienst hieß es aus den Reihen der Besucher, die Bläser hätten zu laut gespielt und damit den Gemeindegesang nicht begleitet, sondern "regelrecht erschlagen". Viele Gemeindemitglieder vermissten einen Chor, der den Gottesdienst hätte bereichern können. Rundfunkhörer äußerten sich weithin zufrieden mit der reibungslosen Übertragung.

"Es hat alles wunderbar geklappt", sagte nach der Sendung der Bischofsreferent für Öffentlichkeitsarbeit, Pastor Wolfgang Pittkowski. Nach der Sendung stand er den Radiohörern zwei Stunden am Telefon für Gespräche zur Verfügung. Vor allem von Zuhörern aus Nordrhein-Westfalen wurde dieses Angebot rege genutzt. Besonders hatten offenbar die Worte des Bischofs beeindruckt. Mehrere Anrufer baten um Zusendung des Predigttextes.

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