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Geltinger Birk : 20 neue Konik-Fohlen auf der Birk

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Wildpferde stören sich offenbar nicht an der Vernässung.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2015 | 11:24 Uhr

Die Vernässung des Naturschutzgebietes Geltinger Birk scheint die Konik-Wildpferde nicht zu stören. 20 Fohlen wurden in diesem Frühjahr geboren – für Gisela Vierling, die Vorsitzende des Wildpferdevereins Geltinger Birk, ein Zeichen dafür, dass sich die Tiere in ihrer Umgebung sehr wohl fühlen.

Rund 100 Hektar sind mittlerweile mit Ostseewasser „kontrolliert vernässt“. Den hier in relativer Freiheit lebenden Koniks stehen diese Flächen nun nicht mehr als Weidegrund zur Verfügung. Doch den derzeit 80 Wildpferden bleibt nach Aussage des Diplom-Biologen Nils Kobarg, Leiter der Integrierten Station in Falshöft, ausreichend Raum zum Leben: Ein Areal von 450 Hektar bis in die Nähe der Spitze der Halbinsel, Birknack genannt. Undurchdringlich eingezäunt ist dieses große Gebiet, zu dem auch Waldstücke, Tümpel mit Brackwasser und Schilfzonen gehören, nur außen herum. Einige Zäune im Innenbereich haben genug Durchlässe, sodass allen Tieren – also ebenso den hier lebenden Galloways und schottischen Highlands-Rindern – keine Hindernisse im Weg stehen. Kobarg sagt dazu: „Im Sommerhalbjahr fressen sich die Koniks auf den fetten Weiden satt, im Winter suchen sie die etwas kargeren Bereiche weiter nördlich auf und ernähren sich von Schilf, Trockenholz, Brombeersträuchern und anderen Pflanzen.“

Gisela Vierling vermittelte anlässlich einer Informationsveranstaltung der Nabu-Gruppe Ostangeln einen tiefen Einblick in die Kinderstube und das Verhalten der Koniks. Allein die Herde des 15-jährigen Hengstes „Olko“ zählt derzeit zehn Stuten plus Nachwuchs. Die Tiere, die alle der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gehören, zeichnet eine hohe Vermehrungsquote aus. Die Trächtigkeitsdauer der Stuten beträgt elf Monate, und im Alter von zwei Jahren sind die Nachkömmlinge schon geschlechtsreif. Was den Konikbestand in dieser Naturoase betrifft, so legen die Verantwortlichen darauf Wert, eine Überpopulation zu verhindern. Die Zahl von 100 soll nicht überschritten werden. Deshalb wurden nach Darlegung von Gisela Vierling außer der Reihe bereits in diesem Frühjahr 18 Junghengste eingefangen und an Privatleute verkauft.

Im Spätherbst werden in einer großen Fangaktion wieder alle sechs Herden und die jungen Einzelgänger zusammengetrieben, um den Bestand weiter zu reduzieren. Aus den Wildpferden werden dann Freizeitpferde. Doch bleibt es der Stiftung und dem Verein nicht erspart, unverkäufliche Koniks einer Angelner Landschlachterei zuzuführen. „Dieses Fleisch ist ein hochwertiges Lebensmittel“, erklärt die Vorsitzende.

Was die Vernässung mit Salzwasser betrifft, so schafft diese Überflutung nicht nur neue Biotope. Auch das giftige Jakobskreuzkraut, das von den Pferden instinktiv gemieden wird, geht ein. „Mit unserem Konik-Projekt tragen wir zum Rassenerhalt bei“, sagt die Expertin. Die Frage, was Wildpferde grundsätzlich in einem Vogelschutzgebiet zu suchen haben, beantwortet sie so: „Viele der hier vorkommenden 95 Brutvogelarten, darunter Wildgänse, Zwergseeschwalben und Kiebitze, brauchen die beweideten halboffenen Flächen, um sich und ihren Nachwuchs vor dem Fuchs und anderen Räubern rechtzeitig verbergen und in Sicherheit bringen zu können.“ Die robusten Koniks mit ihrem mausgrauen Fell und einem Aalstrich auf dem Rücken sind damit wichtige Helfer in Sachen Natur- und Artenschutz.









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