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Unfall in Wohlde : 19-Jähriger in Lebensgefahr: Notarzt braucht 30 Minuten

vom
Aus der Onlineredaktion

Schwerer Unfall auf der L39 im Kreis Schleswig-Flensburg: Zwei Autos prallen frontal zusammen. Es gibt Kritik an der Rettungskette.

shz.de von
erstellt am 26.Dez.2015 | 09:34 Uhr

Wohlde | Sehr schwerer Verkehrsunfall am 1. Weihnachtsabend auf der Landesstraße 39 bei Wohlde (Kreis Schleswig-Flensburg). Um 20.27 Uhr fuhr ein 19-Jähriger aus Richtung Wohlde kommend nach Dörpstedt. Kurz hinter dem Ortsausgangsschild von Wohlde geriet sein Ford-Mondeo-Kombi aus bislang ungeklärten Umständen in den Gegenverkehr und prallte mit voller Wucht frontal in einen entgegenkommenden Skoda Oktavio-Kombi.

Dessen 62-jährige Fahrerin hatte keine Chance zum Ausweichen: Der Aufprall war derart gewaltig, dass ihr Oktavio-Kombi gut 30 Meter auf ein anschließendes Grundstück katapultiert wurde und dort etliche Meter tiefer an einer Hausmauer stecken blieb.

Ersthelfer, die durch den lauten Knall aufmerksam geworden waren, eilten an die Unfallstelle. Die zentrale „Leitstelle Nord“ in Harrislee löste Sirenenalarm aus. Der dringend benötigte Notarzt konnte aus Rendsburg zunächst nicht mit dem Rettungshubschrauber einfliegen – und entschied sich kurzerhand zur Anfahrt im Rettungswagen. Dies bedeutete allerdings Zeitverzögerung und dauerte gut 30 Minuten.

Aufgrund der sehr schweren Verletzungen des jungen Fahrers ließ der Notarzt „seinen“ Rettungshubschrauber mit Pilot und Rettungsassistent zur Unfallstelle „nachrücken“. Nach sehr langer Versorgung vor Ort wurde der junge Fahrer, der aufgrund seiner schweren Verletzungen in akuter Lebensgefahr schwebt, mit dem Rettungshubschrauber in die Uni-Klinik Kiel verlegt. Die schwerverletzte Fahrerin wurde mit dem Kropper Rettungswagen in die Schleswiger Klinik gebracht.

Die L 39 blieb längere Zeit voll gesperrt; im Einsatz waren Streifenwagen und Beamte des Polizei-Autobahnbezirksreviers Nord sowie der Polizeistation Erfde.

Die lange Anfahrtsdauer ist im Bereich Stapelholm ein bekanntes Problem, das nicht nur an Feiertagen auftritt. Der Rettungshubschrauber kann nur im von Wohlde etwa sieben Kilometer entfernten Norderstapel landen. Der Sportplatz wird dort im Notfall von der Feuerwehr ausgeleuchtet. Die Einsatzkräfte bringen den Notarzt zum Unfallort. Dieses Vorgehen ist mittlerweile zu einem Politikum geworden und hat die Gemüter in beiden Gemeinden sehr hoch aufkochen lassen. Der Grund: Die Gemeinde-vertretungen von Norder- und Süderstapel haben bislang keine Zustimmung zur Landung des Rettungshubschraubers auf dem Sportplatz gegeben.

Im aktuellen Fall wurde der akut lebensbedrohlich Verletzte zunächst Notarzt-begleitet im Rettungswagen zum acht Kilometer entfernten Norderstapeler Sportplatz gefahren und dort in den Rettungshubschrauber verlegt, der anschließend nach Kiel flog.

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