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Aktion “Volker will leben“ : 1626 Menschen wollen Leben retten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Typisierungs-Aktion für Volker T. in Schleswig wird zum Riesenerfolg. Bislang 40 000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen.

von
erstellt am 10.Feb.2014 | 07:45 Uhr

„Wahnsinn! Einfach nur Wahnsinn!“ Stefanie Doss konnte es kaum fassen, wie viele Menschen am Sonnabend in die Nospa-Hauptstelle im Stadtweg gekommen waren, um sich typisieren zu lassen. „Damit hätte ich nie im Leben gerechnet“, meinte die Mitarbeiterin der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die eigens aus Berlin angereist war, um die Aktion „Volker will leben“ zu begleiten. Es hat sich gelohnt. Um 13.12 Uhr schnappte sie sich eine Dose, haute mit einem Löffel lautstark darauf ein und rief den unzähligen Helfern und Spendern zu: „Wir haben die 1000. Spende!“ Jubel und Applaus brandeten auf. Denn ursprünglich hatte man nur gehofft, diese magische Zahl am Ende des Tages präsentieren zu können.

Aber es kamen deutlich mehr Menschen aus Schleswig und Umgebung, um sich Blut abnehmen zu lassen und sich damit einzutragen in die Spenderliste der DKMS. Erst bei 1626 war Schluss. Und wer weiß: Vielleicht wird der eine oder andere davon in den kommenden Jahren zum Lebensretter. Denn nicht nur Volker T., der im November an Leukämie erkrankte Polizist und Feuerwehrmann aus Schaalby, hofft auf einen passenden Stammzellenspender, sondern viele tausend andere Menschen auch – und zwar weltweit.

Wochenlang war in der gesamten Region für den Termin am Sonnabend ordentlich die Werbetrommel gerührt worden (wir berichteten). Und während Volker T. in einem Kieler Krankenhaus zurzeit mit den Folgen der Chemotherapie zu kämpfen hat, haben sich etliche Freunde und Unterstützer für die Aktion „Volker will leben“ ins Zeug gelegt. Am Ende waren rund 170 Frauen, Männer und Jugendliche im Einsatz und stellten eine bis ins letzte Detail durchorganisierte Veranstaltung auf die Beine, die ihresgleichen sucht. „Diese Resonanz zeigt, dass unsere Gesellschaft doch noch nicht so abgestumpft ist, wie manche meinen. Einfach toll“, lobte auch Innenminister Andreas Breitner, der als Schirmherr parat stand und bei seinem dreistündigen Besuch der Spendenaktion die gesamte Familie dabei hatte.

Das gilt auch für die Callsens aus Nübel. Während Astrid Callsen Kuchen auf dem Capitolplatz verkaufte, war ihr Mann Helge im Stadtweg unterwegs, sammelte Spenden und lotste die Passanten in Richtung Blutabgabe. „Ich habe selbst schon Stammzellen gespendet. Es ist toll, Leben zu retten“, erzählte er. Callsen hatte zusammen mit weiteren Motorrad-Freunden von Volker T. bereits im Vorfeld über 1200 Euro an Spenden gesammelt. Auch die „Fitness-Männer“ des TSV Schleswig, wo Volker T. Mitglied ist, waren fleißig. Sie hatten nun auf dem Capitolplatz ein Glücksrad aufgestellt. „42 Firmen haben uns dafür Preise zur Verfügung gestellt“, erzählte Björn Geitmann, der als Stelzenmann „Schneemann Erwin“ zudem für die Kinderunterhaltung sorgte.

„Ich bin tief beeindruckt, wie viele Menschen hier mitgeholfen und mitgemacht haben. Danke an alle“, freute sich Uli Ahlemann am Ende. Der Hauptkommissar aus Böklund („Mehr Freund als Kollege von Volker“) war einer der Ideengeber und Organisatoren der Aktion. „Ich habe mehrfach mit Volker telefoniert. Zu hören, was hier los war, ist sicherlich ein wenig Medizin für ihn“, glaubt Ahlemann, der noch eine weitere gute Nachricht überbringen konnte: Bislang sind durch die Aktion „Volker will leben“ rund 40 000 Euro an Spendengeldern zusammen gekommen (allein Sonnabend über 18 000). Dringend notwendiges Geld für die DKMS. Denn eine einzige Typisierung kostet rund 50 Euro.

 

 

 

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