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„Deutschland ist ein Super-Land“ : 150 Rosen als Dankeschön

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Syrische Flüchtlinge suchen in der Ladenstraße das Gespräch mit den Schleswigern.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2015 | 07:22 Uhr

„Wir möchten Danke sagen“, erklärten Hasan Alabed, die Brüder Omar und Essam Aldarwisch sowie Firas Aldarwisch. Sie sind vor Bomben und dem Krieg in ihrer syrischen Heimat geflohen und haben in Schleswig ein neues Zuhause gefunden. Von Anfang an stehen ihnen Lotsen zur Seite, inzwischen haben sie eigene Wohnungen und es gehen ihnen sehr gut hier, erzählten sie und betonten: „Deutschland ist ein Super-Land.“ Und so wollten die jungen Männer die Gelegenheit nutzen, den Schleswigern für die Hilfe zu danken, die Asylbewerbern wie ihnen entgegengebracht wird. Daher kauften sie 150 Rosen, bauten am Sonnabend einen Pavillon auf dem Capitolplatz auf und verteilten zusammen mit weiteren syrischen Asylbewerbern das blumige Dankeschön. Für Kinder gab es süße Naschereien.

Zwar waren auch einige Lotsen wie Sabine Hinze – die nebenan beim Stand der Suppenküche ausschenkte–, Joyce Bartens-Hartrich sowie Otto Hartrich mit vor Ort. „Doch die Aktion geht allein von den Syrern aus“, betonte Hartrich und hielt sich im Hintergrund. Zwar hielten sich auch viele Passanten zurück und nahmen die Rose eher im Vorbeigehen an, manche aber kamen gezielt zum Stand, um sich mit den Flüchtlingen zu unterhalten. Tanja Dix war eine von ihnen. „Das ist eine tolle Sache“, meinte die junge Frau und strahlte über das ganze Gesicht, als ihr Firas Aldarwisch eine Rose überreichte. Trotz der noch vorhandenen Sprachbarriere – die meisten Syrer sind derzeit noch dabei, Deutsch zu lernen – fragte sie die jungen Männer vorsichtig danach, wie sie nach Deutschland gekommen waren. Diese erzählten ihr von ihrer langen Odyssee über Griechenland und den Balkan bis nach Deutschland. „Zu Fuß, ohne zu fahren“, so Firas Aldarwisch, der ursprünglich aus Deir ez-Zor stammt, einer Stadt im Osten Syriens. „Herzlich willkommen“, sagte daraufhin Tanja Dix, bevor sie sich wieder auf den Weg machte.

Auch Dr. Adel Ziadeh unterstützte die Aktion auf dem Capitolplatz. „Dankeschön dafür, dass Deutschland die Türen geöffnet hat in einer Zeit, als es viele Länder abgelehnt haben“, sagte der syrische Arzt aus Damaskus, der in den 1970er Jahren in der damaligen DDR studiert hat. Im Rahmen des offiziellen Aufnahmeprogramms für syrische Flüchtlinge ist er gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Kindern Anfang letzten Jahres über den Libanon hierher gekommen. „Deutschland hat so viele Flüchtlinge aufgenommen wie kein anderes Land, das werden wir dem deutschen Volk nie vergessen“, betonte Ziadeh. Er lebt er mit seiner Frau, einer Englischlehrerin, in Silberstedt. Darüber, dass ihre erwachsenen Kinder in Hamburg und Kiel weiterstudieren könnten, seien sie sehr froh, betonte er.

Adel Ziadeh hilft selbst als Lotse und ehrenamtlicher Dolmetscher mittlerweile anderen Flüchtlingen. Derzeit kämen zwar so viele, dass nicht alle schnell versorgt werden könnten. Das sei aber nur vorübergehend so. Am liebsten wäre ihm, wenn „das Problem in Syrien“ gelöst würde. „Doch derzeit gucken alle nur zu.“ Mit Assad sei der Islamische Staat erst ins Land gekommen, daher müsse dieser weg: „Nehmt Assad zu euch, dann kehren acht Millionen Flüchtlinge zurück“, zeigte er sich überzeugt.

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