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Zirkus auf dem Stadtfeld : 1300 Gäste besuchten die Premiere

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Artisten und Tiere des Circus Carl Busch begeisterten das Publikum / 25 Demonstranten protestierten gegen die Wildtierhaltung

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Schleswig | "Tiere wollen frei sein - so wie wir", brüllten vier Kinder über das Stadtfeld. Lautstark, aber friedlich war der Protest, der sich vor der Premiere des Circus Carl Busch am Mittwoch formierte. Wenige Meter entfernt strömten die Massen ins Zirkuszelt.

Olaf Zeuch aus Barkelsby organisierte den Protest: "Wir wollen aufklären und dafür sorgen, dass die Menschen nicht nur sensationslüstern die Kunststücke ansehen, sondern sich auch Gedanken über die Kehrseite machen." Er und seine rund 25 Mitstreiter wollten an die Zirkusbesucher appellieren, ihr Konsumverhalten zu überdenken. Der Zirkus werde schließlich nicht aus Vernunftgründen auf Tiernummern verzichten, sondern nur dann, wenn die Nachfrage nicht mehr da sei.

An dieser mangelte es in Schleswig nicht. Mit 1300 Zuschauern war das Zelt zu etwa 90 Prozent besetzt, sodass die Clowns Mario Alcara und Toni Tonito genug Auswahl hatten, als sie sich aus dem Publikum Mitstreiter suchten. Mit drei anderen wurde der Schleswiger Stephan Lux in die Manege gebeten und in eine Jonglage-Nummer eingebunden. Spontan und selbstironischem meisterte er die Herausforderungen, vor die ihn die Clowns stellten. Anschließend war er begeistert von der Show und sagte: "Ich musste zwar vor ein paar Jahren schon mal in Flensburg beim Zirkus Knie in die Manege, aber es war natürlich trotzdem ungewohnt."

Ungewohnt war für das Publikum auch der plötzliche Unfall des Drahtseilkünstlers José Munoz. In etwa 1,50 Meter Höhe balancierte er auf dem Silberdraht, sprang und stürzte auf den Boden der Manege. Geschockte Stille im Publikum. Zwei seiner Kollegen kamen angerannt, halfen ihm hoch - und nach einigem Zögern stand er kurz darauf wieder auf dem Seil. Er animierte das immer noch entsetzte Pub likum zu Anfeuerungsrufen und meisterte den zunächst verpatzten Sprung dann mühelos. "Alles Absicht", verriet Tourneeleiter Reto Hütter den SN in der Pause. Es müsse ja spektakulär sein.

Ohne geplante Pannen, aber ähnlich spektakulär gestalteten sich die Tiernummern. Kamele, die ihre Köpfe ins Publikum reckten, Zwergponys, die durch die Manege jagten, Lamas, die über liegende Kamele sprangen und die Stars der Show: fünf Tiger mit ihrer Dompteurin Carmen Zander.

Während der Pause wurde für diese Nummer ein meterhoher Käfig um die Manege gebaut, während die Zuschauer sich im Rahmen einer Tierschau die Gehege und Ställe hinter dem Zelt anschauen konnten - für drei Euro. Für weitere zehn Euro gab es für die Besucher ein Erinnerungsfoto davon, wie sie nach der Show auf einer der Elefantendamen sitzen.

Die letzte Vorstellung auf dem Stadtfeld findet heute um 15 Uhr statt.

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