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Schleswiger Nachrichten Rate-Spiel Villa-Angebot Beton-Gebilde

Von DIRK JENNERT | 04.09.2010, 03:59 Uhr

In der folgenden Geschichte geht es um einen Gegenstand, der durch Bürgermeister Thorsten Dahl einen gewissen Kultstatus erreicht hat.

Mal sehen, wer es errät. Konkret handelt es sich um ein Accessoire aus Naturmaterialien, das den Verwaltungschef zu fast allen Terminen begleitete. Mit geradezu bewundernswerter Gelassenheit ertrug Dahl sämtliche Witze über dieses Accessoire, bestellte sich sogar einen Ersatz, nachdem das liebgewordene erste Exemplar Abnutzungserscheinungen gezeigt hatte. Allerdings muss Dahl damit leben, dass er nicht mehr der einzige Verwaltungschef im Norden ist, der mit dem besagten Gegenstand in Verbindung gebracht wird. Als Landrat Bogislav-Tessen von Gerlach neulich einem hohen Gast ein paar Geschenke mitbrachte, transportierte er die kleinen Aufmerksamkeiten zum Entsetzen seiner Mitarbeiter - na, wer hat es erraten - in einem blauen Stoffbeutel.

Wer 300 000 Euro übrig hat und in Schleswig eine neue Bleibe sucht, wird auf dem Immobilienmarkt schnell fündig. Derzeit wird eine stattliche Villa beworben. 200 Quadratmeter Wohnfläche, zehn (!) Stellplätze, guter Zustand. Wunderbar. Für potenzielle Käufer hat die Sache nur einen Haken. Der Zutritt zu dem Gebäude ist erst ab einem Alter von 18 Jahren erlaubt, und die meisten Interessenten müssten nach dem Kauf sicherlich den Beruf wechseln: Bei der Immobilie handelt es sich um einen "gut eingeführten Nacht-Club".

Gäbe es Auszeichnungen für überflüssige Immobilien, dann würde die Stadt Schleswig sicherlich zu den Preisträgern gehören. Der sogenannte "Pavillon" auf dem früheren Gartenschau-Gelände ist ein Beispiel für eine architektonische Fehlleistung ersten Ranges. Das nach drei Seiten offene Betongebilde sollte - wie Bürgermeister Dahl jüngst auf einer Fahrradtour des Bürgervereins erklärte - als Abschluss des Schlei-Kanals dienen. Toll. Der hässliche Bau ist zu nichts zu gebrauchen, lediglich Randalierer hatten ihre Freude damit und zerstörten mehrfach die aufwändige Lichtanlage. Und jetzt kommt die Pointe. Der "Pavillon" kostete genauso viel, wie jetzt für die in der vorangegangenen Geschichte erwähnte Villa verlangt wird: 300 000 Euro.