Ein Artikel der Redaktion

Schleswiger Nachrichten Radwege bauen. Jetzt!

Von org | 15.08.2019, 15:22 Uhr

 Viele Akteure geben sich auf allen Ebenen viel Mühe, den verkehrspolitischen Spagat zu schaffen: Die Menschen auf dem Lande sollen optimal mobil sein, die nächstgelegene Stadt jederzeit bequem erreichen, ebenso die Nachbardörfer und vielleicht sogar den Freund auf dem abgelegenen Resthof.

Und das alles sauber, nachhaltig und klimaschonend.

Dafür gibt es neue Konzepte für den Busverkehr, Bund, Land, Kreis und Gemeinden machen die Straßen schön, in den Dörfern stehen Mitfahrbänke, E-Autos zum Ausleihen, Ruf- und Bürgerbusse.

Das ist alles ganz prima. Und was ist mit den Radfahrern? Für die wollte die Gemeinde Husby etwas tun, bat unseren Verkehrsminister, die maroden und teils sogar gefährlichen Wege in Ordnung zu bringen – und blitzte ab. Begründung: Die werden nur zusammen mit den Straßen saniert. Und die sind noch nicht dran.

Es ist doch paradox: Radfahrer verpesten nicht die Luft, sind leise, entlasten die Straßen und bringen, wenn sie Touristen sind, Geld ins Land – und werden dennoch als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse behandelt.

Man könnte argumentieren, dass es gar nicht so viele Radfahrer gibt. Stimmt. Aber das kann man ändern: Einfach viele, schöne Radwege bauen. Jetzt.