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Museumsbahn : Zwischenstopp mit Ostereiersuche

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Mit der Osterfahrt startet die Angelner Dampfeisenbahn traditionell in die Saison. In diesem Jahr waren beide Fahrten komplett ausgebucht.

„Ich habe einen Osterhasen gefunden.“ Stolz präsentierte die achtjährige Christin ihrem Bruder Daniel den bunten Schokoladenosterhasen, den sie auf einer Wiese zwischen Holländerhof und dem Bahnhof in Wagersrott gefunden hatte. Wenige Augenblicke später hätte sich sicher ein anderes der vielen Kinder über diesen Fund gefreut. Aber der Osterhase hatte genügend Schokolade versteckt, sodass keiner in der großen Kinderschar leer ausging. Christin und Daniel, die aus Trittau kommen, hatten ihren Osterurlaub bei Oma in Angeln extra unterbrochen, um bei der Osterfahrt der Angelner Dampfeisenbahn dabei zu sein.

Ole Möller Jensen, Fahrkartenverkäufer und Oberschaffner bei der Museumsbahn, strahlte jedenfalls über das ganze Gesicht. Beide Fahrten am diesjährigen Ostersonntag waren ausverkauft. Beigetragen habe sicher das gute Wetter, meinte er. Für die Fahrgäste war aber nicht nur das Wetter ausschlaggebend. Auch die Möglichkeit, bei dieser Ostertour durch die gelben Rapsfelder fahren zu können, ist ein Grund für Besucher aus ganz Schleswig-Holstein gewesen, nach Kappeln zu kommen. Für die Kinder war weniger die Schönheit der Landschaft, als vielmehr die Aussicht, noch einmal Bekanntschaft mit dem Osterhasen machen zu können, ganz entscheidend für die Fahrt.

Und für Peter Kudsk war der Ostersonntag ein Tag, an dem der 85-Jährige noch einmal nach seiner betagten Fahrkartentasche griff und seine Eisenbahnuniformjacke samt Mütze anzog. Kudsk wollte seine jüngeren Kollegen von der Museumsbahn an diesem Tag als Schaffner zu unterstützen. Der ehemalige Fernmeldeamtmann und begeisterte Hobby-Eisenbahner ist bei der Museumsbahn ein „Mann der ersten Stunde“. Seit 1978 pflegt er ausdauernd das alte Wagenmaterial und hält es mit seinen Vereinskameraden in Schuss. Größter Lohn für die Plackerei ist für ihn dann so ein Tag wie Ostern, wenn die Dampflok den Wagenpark voller gut gelaunter Menschen nach Süderbrarup und zurück zieht.

Als die Fahrgäste noch in den Betten lagen und die Kinder vom Osterhasen träumten, war die Nacht für den Lokführer und Heizer bereits früh zu Ende. Mit Papier und Holz beladen erklommen Lokführer Klaus Jordt und sein Heizer Claus-Henning Henningsen zu früher Stunde die Lok „Julchen“. Auch die Fahrbereitschaft einer Dampflok beginnt wie das Anheizen eines Kachelofens. Mit Papier und Holz wird die Temperatur langsam hochgefahren. Kohle zum Anheizen ist zu teuer, die wird für die Fahrt benötigt, und dafür liegen auf dem Tender etwa drei Tonnen hochwertige Gasflammenkohle, die aus Polen wegen ihrer hohen Heizleistung importieret wird. Für Lokführer Jordt und die Mitglieder des Vereins jedenfalls war es ein schönes Erlebnis, als sich die Lok wieder schnaufend mit ihren fast 250 Fahrgästen in Bewegung setzte.

 

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