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Folk Baltica : Zwei Reisen voller Überraschungen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Henrik Jansberg und Joanna Slowinska spielten vor 80 Gästen in der Ellenberger Kirche.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Getreu dem Motto des diesjährigen Folk-Baltica-Festivals „Die große Reise“ lud der dänische Geiger und Komponist Henrik Jansberg die rund 80 Besucher des Doppelkonzerts am Donnerstag in der Auferstehungskirche in Ellenberg als erster zu einer „Reise durch verschiedene Musikgenres und vielleicht auch durch die Zeit“ ein. Mit einer Mischung aus teils modernen Eigenkompositionen bis hin zu Weisen aus dem nordischen Raum des 16. Jahrhunderts zog der Folk-Musiker das Publikum schnell in seinen Bann. Die abwechslungsreichen Stücke, bei denen Jansbergs Violine begleitet wurde von Peter Møller am Piano, Rasmus Brylle am Schlagzeug und Rasmus Fribo an Saxofon, Gitarre und Synthesizer, klangen mal schwungvoll und folkloristisch, mal frisch und experimentell, dann wieder ruhig und traditionell. Die Zuhörerschaft honorierte den Auftritt mit viel Applaus, Bravo- und Zugabe-Rufen.

„Ich bin begeistert. Toll, wie die Musiker alte und neue Stücke miteinander verbinden“, erklärte Carmen Samtleben aus der Nähe von Sieseby. Der Besuch des Konzerts sei nicht geplant gewesen, sie sei nur eingesprungen. „Eine glückliche Fügung“, fand sie. Annelene Pinn aus der Nähe von Vogelsang erklärte: „Die Kombination aus Geige und Saxofon hab ich so noch nicht gehört. Sehr unterhaltsam.“ Sympathisch fand Renate Lammers aus Pommerby neben der Musik auch die unbeschwerte Moderation durch Henrik Jansberg mit dem charmanten dänischen Akzent. Das Lob gab Musiker Rasmus Fribo gern zurück. „Wir spielen sehr gern vor deutschem Publikum, die Stimmung hier ist erstaunlich“, sagte der Saxofonist.

Teil zwei der Reise an diesem Abend bestritt die polnische Sängerin und Geigerin Joanna Slowinska: Sie präsentierte traditionelle slawische Musik, gepaart mit mutigen Elektro-Experimenten. Spannende Wechsel: Mal spielte sie leise die Violine, sang fast schüchtern oder verspielt, um im nächsten Moment kraftvoll und mit theatralischen Gesten aufzutreten. Beeindruckend auch auch die Soli ihrer vier Mitstreiter, besonders die des Geigers Jan Slowinski.

Zweigeteilt waren offenbar die Meinungen des Publikums zum Konzert von Joanna Slowinska, einige Zuhörer verließen die Kirche bereits frühzeitig. Als „zu laut, anstrengend“ empfanden sie die musikalische Darbietung der prämierten Polin. Aber das sah der Großteil der Konzertbesucher ganz anders. „Spitzenklasse“, erklärte ein Gast aus Süderbrarup. „Jansberg war gut, aber der Vortrag von Slowinska war musikalisch super und hoch professionell. Schön, dass sie in Kappeln gespielt hat, dafür wären wir sonst auch nach Flensburg gefahren.“ Zwei Zuhörerinnen, ebenfalls aus Süderbrarup angereist, stimmten zu. „Wir sind auch extra wegen der polnischen Gruppe gekommen, und das hat sich gelohnt: Tolle Stimme, vielseitiges Konzert“, waren sie sich einig.

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