Kappeln : Zurück in die Vergangenheit

So hat die alte Badestelle in der Schlei einmal ausgesehen – und so ähnlich könnte sie wieder verwirklicht werden.
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So hat die alte Badestelle in der Schlei einmal ausgesehen – und so ähnlich könnte sie wieder verwirklicht werden.

Der Kappelner Stefan Schwannecke könnte sich eine neue Schlei-Badestelle am alten Ort vorstellen.

shz.de von
16. Juni 2018, 07:30 Uhr

Das Ende des Kappelner Schwimmbads 2014 war keineswegs gleichbedeutend mit dem Ende der Überzeugung, darauf tatsächlich verzichten zu können. Das Thema flimmert praktisch ständig unter der Oberfläche, hin und wieder wird es auch etwas lauter diskutiert, nie ist es richtig verschwunden.

Auch in Stefan Schwanneckes Gedankenwelt nicht. Schwanneckes Boot liegt unten in Grauhöft, der Mann mag das Wasser, von seinem Boot aus blickt er auf den angrenzenden Grillplatz auf Landseite und den Wasserwanderrastplatz. Genau dort existierte vor langen Jahren einmal die Badestelle der Stadt, lange bevor an ein Schwimmbad überhaupt zu denken war. Stefan Schwannecke sitzt auf einer der Holzbänke unten in Grauhöft. „Warum eigentlich“, sagt er, „sollte es nicht möglich sein, so etwas wieder hier aufzubauen?“

In Sonderburg liegt Schwanneckes Inspiration. Dort, nahe des Schlosses, hat der „Vikingerclub“ sein Gelände samt Steg und einem, je nach Blickrichtung, W-förmigen Aufbau. Eine Badestelle. Das Kappelner Stadtarchiv offenbart, dass das Pendant in der Schlei eher als U aufgebaut war, im Prinzip der Sonderburg’schen Gegenwart aber ziemlich ähnelte. Und Stefan Schwannecke hat schon weitergedacht: „Man bräuchte einen eingehausten Bereich, 25 Meter Durchmesser, zweimal fünf Umkleiden, zwei Toiletten, eine Außendusche, alles abgetrennt durch ein abschließbares Tor. Entscheidend ist die Einfachheit des Ganzen“, sagt er. Und ganz nebenbei würde, davon ist Schwannecke überzeugt, der Grillplatz eine Aufwertung erfahren. „Hieraus könnte im Sommer ein echter Treffpunkt werden“, sagt er.

Profitieren könnten neben dem Schulsport daher auch der Touristikverein, die DLRG, Senioren, Familien. „Wichtig ist“, sagt Stefan Schwannecke, „dass eine Möglichkeit geschaffen wird, um sanft ins Wasser zu gelangen“. Zudem müsste man ein Auge auf die Strömung haben: An den Holzstegen angehängte Betonplatten könnten die Strömung jedoch im Zaum halten. Strom- und Wasseranschluss, vielleicht irgendwann ein kleiner Kiosk mit Pommes, Getränken, Süßigkeiten.

Und wer bezahlt das Ganze? Schwannecke könnte sich Sponsoren vorstellen, Menschen, Unternehmen, die auch emotional hinter der Sache stehen. Als Träger könnte ein Verein in Frage kommen. „Reinigung und Wartung müsste die Stadt übernehmen“, sagt er. Und betont noch einmal: „Je einfacher das Konstrukt ist, desto kostengünstiger wird es.“ Keine Luxus-Badestelle. Das Nötigste eben. Günstig bauen, charmant gestalten, wenig Unterhalt. Und klar ist auch: „Es wäre natürlich ein Saisonbetrieb“, sagt der Kappelner. Aber einer, von dem Einheimische und Gäste gleichermaßen einen Gewinn hätten.

Ungeachtet dessen spielt natürlich die Sicherheit eine Rolle. Derzeit hängt nahe des Wasserwanderrastplatzes der Hinweis „Nicht überwachte Badestelle. Nutzung auf eigene Gefahr.“ Stefan Schwannecke sieht die DLRG mit im Boot, würde sich wünschen, dass die Kappelner Ortsgruppe vielleicht bestimmte Zeitfenster abdecken kann. Die Schulen erhalten eigene Schlüssel zur Badestelle, regeln die Aufsicht durch ihre Sportlehrer. Ansonsten, so Schwanneckes Vorstellung, kümmert sich der Verein um den Betrieb.

„Ich glaube, so eine Badeanstalt hätte Ausstrahlung genug“, sagt der Kappelner. „Und durch die Anknüpfung an Grillplatz auf der einen und Rudervereinigung auf der anderen Seite jede Menge Synergien.“ Für den Weidefelder Strand sei sie zudem eine gelungene Ergänzung mitten in der Stadt. Stefan Schwannecke ist überzeugt von seiner Idee. Und er ist bereit, denjenigen, die ihm darüber hinaus zuhören möchten, noch mehr dazu zu erzählen.

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