„Green Screen“ in Eckernförde : Zum neunten Mal Mekka des Naturfilms

„Giganten des Glücks“ heißt der Film von Ulf Marquardt über die Walhaie von Oslo.
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„Giganten des Glücks“ heißt der Film von Ulf Marquardt über die Walhaie von Oslo.

„Green Screen“ vom 10 bis 14. September in Eckernförde: Programmhefte sind da, Karten können bestellt werden.

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16. Juli 2015, 07:30 Uhr

Das Programmheft für die neunte Ausgabe des Internationales Naturfilmfestivals „Green Screen“ vom 10. bis 14. September in Eckernförde ist frisch gedruckt und wird Anfang nächster Woche in Eckernförde verteilt. Und nicht nur bei den Machern beginnt es schon wieder zu kribbeln: Festival-Feeling im Ostseebad. Knapp zwei Monate Vorfreude ist bei diesem Programm garantiert. In sechs Spielstätten werden herausragende Naturfilme aus aller Welt gezeigt, darunter einige Weltpremieren und mit Sicherheit wieder viele unvergessliche Szenen. Eines der großen Verdienste dieses Festivals ist es, dass den knapp 15.000 Besuchern und den über 3000 Besuchern der sh:z-Filmtour die Einzigartigkeit der Schöpfung und der Natur in überragenden Bildern nahe gebracht wird und dadurch jeder, der „Green Screen“ miterlebt, unweigerlich für deren Schutz eintritt. „Green Screen“ ist inzwischen mehr als ein Naturfilmfestival, es ist Ausdruck einer Lebenseinstellung, zumindest für die über 100 ehrenamtlichen Mitarbeiter und Helfer und die vielen Freunde und Förderer des Festivals.

Sechs hochgestapelte Paletten mit 20.000 Programmheften befinden sich derzeit noch im Eckernförder Festivalbüro in der Frau-Clara-Straße. Viele fleißige Hände werden sie in den nächsten Tagen ins Rathaus, in die Stadtbücherei, die Buchhandlungen und auch ins Kundencenter des Schlei Boten in Kappeln bringen. Dort können sich dann alle Festivalinteressierten bedienen, das Programm sichten und sich Karten reservieren lassen. Auf den Seiten 80 und 81 des Heftes wird alles rund um den Ticketverkauf erklärt.

Eins vorweg: Es lohnt sich. Die „Green Screener“ und die Jury haben sich mal wieder selbst übertroffen und ein Programm voller atemberaubender Filme zusammengestellt, in der die heimische Tierwelt mit See- und Steinadlern, Wölfen und Luchsen ebenso prominent vertreten ist wie Eisbären in der Arktis, Walhaie auf den Philippinen oder Kreaturen aus der Tiefsee. Das verspricht ganz großes Kino – auch ohne Kino, auf das „Green Screen“ auch im neunten Jahr verzichten muss. Die seit Jahren ungelöste Kino-Frage in Eckernförde sowie die fast schon skandalöse Abstinenz der Landesregierung bei der Finanzierung eines der bedeutendsten Naturfilmfestivals der Welt sind die einzigen Probleme, mit denen „Green Screen“ zu kämpfen hat. Um so motivierter sind die Macher des Festivals – angefangen beim Festivalleiter Gerald Grote über die Mitarbeiter im Festivalbüro bis zu den unermüdlichen ehrenamtlichen Helfern, die teilweise extra Urlaub nehmen, um „Green Screen“ zu unterstützen.

110 Seiten umfasst das Programmheft, dass als PDF-Datei auch auf Tablet und Smartphone abrufbar ist. Nur so viel: Nahezu alle bekannten Filmemacher sind wieder dabei, von Holger Vogt über Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg bis Jan Haft, um nur einige zu nennen. Alle wichtigen Sender, Redaktionen und Produktionsfirmen werden vertreten sein – Eckernförde ist Dreh- und Angelpunkt der internationalen Naturfilmszene. Es gibt Fachseminare, eine Eröffnungsveranstaltung mit Klimaforscher Mojib Latif als Redner und dem „Making of“ zu „Amerikas Naturwunder – Das Abenteuer“ von Heiko de Groot, eine Preisverleihung in der Stadthalle und Eckernförder Gespräche (9. September, 19 Uhr, Galerie 66) über „Die Rückkehr der Wölfe“, an dem auch Umweltminister Robert Habeck teilnehmen wird.

Eine Besonderheit ist in diesem Jahr die „Grzimek-Matinee“ (13. September, 10 Uhr, Galerie 66) an der auch Enkel Christian des legendären Tierfilmers Bernhard Grzimek teilnehmen wird. Zu Gast ist auch das Berliner Filmfestival „Green Me“ mit dem Schwerpunkt ökologische und sozialkritische Filme (11. September, 20 Uhr, Stadthalle). Bei „Green Screen“ zeigt „Green Me“ den Siegerfilm von Wim Wenders: „Das Salz der Erde – Eine Reise mit Sebastiao Salgado“. Der wohl weltbeste Eisbär-Fotograf Norbert Rosing eröffnet bereits im Vorwege
(16. August, 18.30 Uhr, Museum) in Zusammenarbeit mit „Green Screen“, dem Museum und Fotograf Heinz Teufel die Ausstellung „Eisige Welten – Ein Leben für die Arktis“.

Erstmals werden unter dem Titel „Uhrwerk Ozean“ zwei achtminütige Meeresfilme in einer 360-Grad-Kuppel (Fulldome) am Eckernförder Hafen gezeigt. Möglich machen das Filmemacher Daniel Opitz und das Helmholtz-Zentrum Geesthacht. Auch der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag ist vom 3. bis 30. August mit seiner sh:z-Filmtour durchs ganze Land dabei. Die Besucher vergeben den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis, nominiert wurden die Filme „Wildes Sri Lanka – Waldwelt“, Hamiltons Abenteuer – Seekühe mal ganz anders“ und „Unter Störchen – Ein Dorf im Vogelfieber“.

Bereits ausgebucht ist das Jugendfilmcamp in Eekholt mit Dieter Hoese. Gesucht werden hingegen noch Beiträge für den Jugendfilmpreis „Wildes Schleswig-Holstein“. Einsendungen sind noch bis zum 17. August möglich.

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