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Zu wenig Ausbildungsangebote in der Gastronomie

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Arbeitslosenzahlen sinken saisonbedingt flächendeckend im Agenturbezirk Flensburg / Gegenüber dem Vorjahr hinken die Werte jedoch hinterher

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erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | Auch auf dem Arbeitsmarkt ist der Frühling eingezogen. Im April waren im Agenturbezirk Flensburg, zu dem neben der Stadt Flensburg auch die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland gehören, 19 308 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 1336 oder 6,5 Prozent weniger als im März, doch 323 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank von 8,8 Prozent im März auf 8,2 Prozent.

"Dass die Arbeitslosenzahlen sinken, hängt ganz deutlich mit den steigenden Außentemperaturen und mit dem Saisonbeginn im Tourismus zusammen", erklärte Markus Biercher, Leiter der Agentur für Arbeit Flensburg. Da es immer noch recht kühl sei, falle der "Tourismus-Effekt" allerdings geringer aus als 2012. Deshalb seien die Arbeitslosenzahlen im Vorjahresvergleich auch höher. Dem Arbeitgeberservice waren im April 2412 freie sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 194 mehr als im März, 192 mehr als vor einem Jahr. "Sieben von zehn Stellen sind unbefristete Stellen, jede fünfte Stelle ist ein Teilzeitangebot", erläuterte Biercher. Die meisten freien Stellen gibt es in der Hotellerie und Gastronomie, in der Zeitarbeit, in Call Centern, im Gesundheits- und Pflegewesen, im Einzelhandel und im Bürobereich.

Auch im Kreis Schleswig-Flensburg sank die Zahl der Arbeitslosen von März auf April, wenn auch nicht so deutlich wie im Agentur- Durchschnitt. Im April gab es hier 275 Arbeitslose weniger als im März, das ist ein Minus von 3,3 Prozent. Doch auch hier hinkt das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr hinterher, denn im Vergleich zum April 2012 sind 91 Personen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 8 Prozent gegenüber 8,3 Prozent im Vormonat.

Ähnlich verhält es sich mit der Situation in der Region Kappeln. Hier waren im April 1361 Personen arbeitslos gemeldet, 53 weniger als im März, doch 22 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank von 9,9 Prozent im März auf jetzt 9,5 Prozent, ist aber nach wie vor noch die höchste im Agenturbezirk.

Kai-Ingwer Bendixen, Leiter der Geschäftsstelle Kappeln erklärte dazu: "Wir beobachten ein Ungleichgewicht bei den Ausbildungs- und Arbeitsangeboten: Ausbildungsplätze stehen im Raum Kappeln noch vermehrt im kaufmännischen und handwerklichen Bereich zur Verfügung." Schulabgänger, deren Berufswunsch beispielsweise KFZ-Mechatroniker oder Einzelhandelskaufmann ist, hätten vor Ort eine gute Ausbildungssituation.

Umgekehrt ist es im Bereich der Gastronomie. Es werden Arbeitskräfte gesucht, allerdings stehen dem gegenüber kaum Ausbildungsmöglichkeiten im Raum Kappeln zur Verfügung. Bendixen empfiehlt den Betrieben deshalb, die Ausbildung von Fachkräften nicht aus den Augen zu verlieren. Dies wiegt um so schwerer als die Zahl der 15- bis unter 25-Jährigen innerhalb aller Altersgruppen mit 10,3 Prozent die höchste Arbeitslosenquote aufweist. Zwar hat sich die Situation im Vergleich zum Vormonat leicht verbessert. Doch zieht man die Zahlen aus dem Vorjahr heran, dann ist in dieser Altersgruppe von Arbeitslosen ein Anstieg um nahezu 30 Prozent zu verzeichnen.

Im Agenturbezirk gab es seit dem 1. Oktober mehr gemeldete Bewerber für Ausbildungsstellen als Berufsausbildungsstellen selbst. Ende April waren 1598 Bewerber noch unversorgt und 1448 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Auf einen Bewerber kamen demnach 0,94 Stellen. Auch wenn dieses Verhältnis noch nicht beunruhigend ist, so zeigt sich doch ein negativer Trend, der im Vorjahresvergleich deutlich wird. Im Vergleich zum April des Vorjahres gab es 25,4 Prozent mehr unversorgte Bewerber, während die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen um fast 5 Prozent geringer ausfiel.

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