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Touristikverein Kappeln : Zeit für einen neuen Grillplatz

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Touristikverein macht sich für Neugestaltung der städtischen Fläche in Grauhöft stark.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2017 | 07:00 Uhr

Sechs Mal will der Touristikverein den Besuchern und Einheimischen in diesem Sommer richtig einheizen. Dann wird der Grill auf dem Grillplatz in Grauhöft angeworfen, und zu Bratwurst und Bier gibt es einen wirklich eindrucksvollen Schleiblick oben drauf. Diese Grillabende gehören für viele mittlerweile zu einem Muss, 200 Gäste an einem Abend sind da schon die unterste Grenze, mehr als 300 sind wahrscheinlicher. Jetzt allerdings formulierte der Vorsitzende Ingwer Hansen anlässlich der Jahresversammlung seines Vereins ein Anliegen, das an Deutlichkeit kaum zu überbieten war: „Wir wünschen uns eine Neugestaltung des Grillplatzes.“

Vorab allerdings schickte der Vorsitzende ein paar Zahlen in die Mitglieder-Runde: 235 Vermieter sind derzeit Mitglied im Touristikverein, sie stellen in 409 Objekten rund 1800 Betten. „Da haben wir einen leichten Zuwachs“, sagte Ingwer Hansen, die Mitgliederzahl selber, die sich aus Förderern und Vermietern zusammensetzt, sei konstant geblieben. Steigern können habe der Verein auch die Zahl der belegten Tage in den einzelnen Objekten. Anhand 58 ohne irgendwelche Präferenz ausgewählten Vermietern mit 98 Quartieren hat Hansen im vergangenen Jahr 146 gebuchte Tage gezählt. „Das entspricht einem Plus von drei Prozent“, rechnete er vor. Und mit Blick auf den von der Ostseefjord-Schlei GmbH vermeldeten Zuwachs bei den Übernachtungszahlen in der Stadt von gut 22 Prozent, die diese unter anderem an das Ostseeresort knüpfte, sagte Hansen: „Wenn mehr Quartiere dazukommen, ist es normal, dass die Buchungszahlen steigen.“

Zur Normalität des Touristikvereins gehört indes weiterhin das gedruckte Gastgeberverzeichnis. „Ist es noch zeitgemäß?“, warf Hansen in die Runde und gab selbst die Antwort: „Ganz klar ja.“ Die aktuelle Auflage sei zu zwei Dritteln bereits vergriffen. Gleichwohl möchte der Verein gemeinsam mit dem Geltinger Touristikverein Ferienland Ostsee seinen Mitgliedern die Chance der Onlinebuchbarkeit eröffnen. Dazu stellte Hendrik Alberts in einem Vortrag, der sicherlich etwas gestraffter hätte gestaltet werden können, das neue Buchungssystem HRS vor, das künftig beide Vereine nutzen werden. HRS-Mitarbeiter Alberts betonte dabei vor allem die Möglichkeit für einen Vermieter, sein Quartier in sehr vielen Online-Portalen anbieten zu können, aber nur einen einzigen Belegkalender pflegen zu müssen. Ingwer Hansen stellte jedoch auch klar: „Wer nicht online buchbar sein möchte, muss das auch nicht sein.“

Finanziell steht der Verein auf soliden Beinen – wenn Kassenwart Arne Jacobsen auch darauf aufmerksam machte, dass man 2016 zwar weniger als gedacht, aber immerhin noch 4000 Euro dem Kapitalkonto entnehmen musste. Größte Einnahmeposten blieben das Gastgeberverzeichnis mit gut 41.000 Euro und die Mitgliedsbeiträge mit knapp 28.000 Euro. Allerdings schlug der Urlaubskatalog auch bei den Ausgaben mit am stärksten zu Buche: Rund 14.000 Euro kostete seine Erstellung. Die Personalkosten lagen bei 28.000 Euro, die Ausgaben für die Gästebetreuung beliefen sich auf 13.000 Euro. Unterm Strich standen im vergangenen Jahr Einnahmen von gut 115.000 Euro Ausgaben von gut 113.600 Euro gegenüber.

In diesem Jahr möchte der Touristikverein sein Augenmerk gerne auf den Grillplatz an der Schlei legen. Ingwer Hansen sagte dazu: „Er wird nicht nur von uns genutzt, eine Aufwertung lohnt sich daher wirklich.“ Das Problem tritt vor allem bei schlechtem Wetter zutage: Schon häufig mussten Grillabende kurzfristig abgesagt werden, wenn es am Tag zuvor geregnet hatte und der Platz schlicht eine einzige Matschwiese war. Abgesehen davon neigen die Besucher zur Flucht, wenn während des Grillens der Regen losprasselt. Hansens Schlussfolgerung: „Eine Überdachung, zumindest für einen Teilbereich, ist daher ein Muss.“ Am liebsten wäre es dem Vorsitzenden jedoch, wenn der gesamte Grill aus seiner mittigen Position in eine Ecke verlagert und auf diese Weise die eigentliche Sitzfläche für Gäste vergrößert wird. Die Einschränkung: „Es sollte so wenig wie möglich zugepflastert werden“, sagte Hansen. „Das ist ein Naturplatz, und der Charakter sollte gewahrt bleiben.“

Noch in diesem Jahr möchte der Verein daher die Planung für eine Neugestaltung anstoßen, um 2018 „in einem neuen Ambiente“ zu grillen. Schließlich gehe es in erster Linie darum, Gästen etwas zu bieten. Und: „Wir sind bereit, uns an diesem Umbau nach unseren finanziellen Möglichkeiten zu beteiligen“, sagte Hansen. Sorgen vor Vandalismus könne er zwar teilen, sprach von rausgerissenen Hölzern, Schmierereien und Müll in der Vergangenheit, aber: „Einen wirklichen Totalschaden gab es meines Wissens nach in den vergangenen 25 Jahren nicht.“ In Bürgermeister Heiko Traulsen, der als Gast an der Versammlung teilnahm, fand er einen spontanen Unterstützer. „Der Grillplatz ist tatsächlich in die Jahre gekommen und bedarf eigentlich nicht nur einer Renovierung, sondern einen kompletten Erneuerung.“

Daran wird sich ein in Teilen veränderter Vereinsvorstand beteiligen: Andreas Waide übernahm den Schriftführer-Posten von Peter Walter, Steffen Lorenz ist künftig Beisitzer anstatt Andreas Jürs. Die Ausgeschiedenen verzichteten aus privaten Gründen auf ihre Ämter. Bestätigt wurden Arne Jacobsen als Kassenwart und Simone Röhling als Beisitzeri−n. Außerdem ließ sich Ulrike Fehlberg erneut zur zweiten Vorsitzenden wählen – allerdings nur für ein Jahr, danach soll Schluss sein. Dass ihre Arbeit dem Verein besonders fehlen wird, machte Ingwer Hansen schon mal vorab deutlich: „Schon seit Jahren kümmert sich Ulrike mit viel Kraft und Zeit und Geduld um das Gastgeberverzeichnis. Diese Arbeit kann man gar nicht hoch genug einschätzen.“

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