Sandkoppel-Kaserne : Zehn Millionen Euro für das Feriendorf

Sie arbeiten an der Planung des künftigen Ostsee-Feriendorfs Geltinger Bucht: Norbert Essing, Martin Weigel, Knud Hansen, Marion Essing und Gunnar Dogs (von links).
Sie arbeiten an der Planung des künftigen Ostsee-Feriendorfs Geltinger Bucht: Norbert Essing, Martin Weigel, Knud Hansen, Marion Essing und Gunnar Dogs (von links).

Der Kappelner Unternehmer Norbert Essing stellte seine Pläne für das Gelände der Sandkoppel-Kaserne in Nieby mit Künstlerkaten und Atelierhäusern vor.

shz.de von
14. Juli 2014, 07:30 Uhr

Bis auf den letzten Platz besetzt war das Dorfgemeinschaftshaus in Falshöft, als Bürgermeister Volker Lippert die Einwohnerversammlung zum Thema „Sandkoppel-Konzept“ eröffnete. Mit Spannung erwarteten auch die Niebyer Gemeindevertreter die erste öffentliche Präsentation der Pläne für das künftige „Ostsee-Feriendorf Geltinger Birk“. Im Mittelpunkt standen die Ausführungen des Investors Norbert Essing (Gut Roest) und des Glücksburger Professors Martin Weigel, Verbandsvorsitzender der überregional agierenden Beratungsgesellschaft Consulting AG. Mit dabei auch die an der Planung beteiligten Architekten Gunnar Dogs aus Markerup und Knud Hansen aus Hürup.

Kein Zweifel, die Zuhörer waren durchaus beeindruckt von dem vorgestellten Konzept. Um es vorweg zu nehmen: Kritische Stimmen gab es keine, sondern lediglich Nachfragen zu einzelnen Punkten, die unter anderem die Nutzung der Außenbereiche betrafen und die Zufahrten für die Autos der Gäste. Ihm und seiner Ehefrau, der Architektin Marion Essing, sei die Transparenz der Projektplanung ebenso wichtig wie die Zusage, dass das Feriendorfgelände auf der Sandkoppel für jedermann frei zugänglich bleiben werde, so Essing. Eine Frage nach dem Nutzen für die Gemeinde beantwortete der bundesweit tätige PR-Berater großer Unternehmen mit den Worten: „Die anfallende Gewerbesteuer bezahle ich gerne.“

Das ausgelegte Modell belegt die Großzügigkeit, mit der die reetgedeckten Ferienhäuser in Massivbauweise platziert werden. Die Abstände sind so groß, dass die Gebäude sich gegenseitig nicht beschatten können. Statt Vorgärten sollen Grundflächen angelegt werden. Zu den Eckpunkten des touristischen Konzepts gehört neben der Naturnähe die Absicht, hier die Kunst – sprich Malerei – mit einzubinden.

Das Ostsee-Feriendorf wird 35 Häuser, darunter zehn Doppelhäuser (also 45 Einheiten), mit allem Komfort erhalten. Die Firsthöhe der drei Haustypen beträgt 7,50 Meter. In den so genannten 15 „Atelierhäusern“ mit je 127 Quadratmetern Wohnfläche stehen insgesamt 90 Betten zur Verfügung. Zehn kleinere Häuser werden als „Künstlerkaten“ im Angelner Stil errichtet. Zu den Extras zählt in jedem Haus eine Sauna. Eine Wärmeversorgung soll eine ganzjährige Nutzung ermöglichen.

Professor Weigel bezifferte die Investitionskosten für das Feriendorf auf maximal zehn Millionen Euro. Nach seiner Prognose sollen jährlich 30.000 Übernachtungen verzeichnet werden. Dass „der sanfte Tourismus“ auf der Sandkoppel Einzug halten werde, passe zu den politischen Vorgaben der Landesregierung, so der Berater. Nach Einschätzung des Architekten Knud Hansen wird der Weg durch die Instanzen (Träger öffentlicher Belange) etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Nicht nur Investor Essing hofft: „Weihnachten 2015 möchten wir die ersten Gäste willkommen heißen.“

Stoltebülls Bürgermeister Hans-Jürgen Schwager merkte an: „Ich finde es gut, dass endlich auch einmal in einer kleinen Gemeinde eine große Investition vorgesehen ist – und nicht nur in zentralen Orten.“ Niebys Bürgermeister Volker Lippert: „Wir alle wollen jetzt erst einmal die Fülle von Informationen in Ruhe sacken lassen.“ In der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung soll dann eine Vorentscheidung fallen.

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