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Orkantief : Zahmer „Xaver“ legt Stadt lahm

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bis gestern Nachmittag blieb der große Orkan in der Region Kappeln aus. Doch viele Kaufleute schlossen vorsichtshalber ihre Geschäfte frühzeitig ab.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 00:35 Uhr

Wer sich gestern am späten Nachmittag draußen aufgehalten hat, war zumindest in der Kappelner Innenstadt allein auf weiter Flur. Gegen 16 Uhr schlossen die meisten Geschäfte ihre Türen, schon bis dahin hatten viele erst gar nicht ihre Waren im Außenbereich positioniert. Andere wiederum öffneten von vornherein nicht. Das Sturmtief „Xaver“ hat dafür gesorgt, dass das Leben in der Stadt praktisch stillstand – wenn es doch, so zumindest schien es bis gestern gegen 18 Uhr, bislang nicht die Auswirkungen hatte wie das Orkantief „Christian“ Ende Oktober. Äußerst ungemütlich, teils auch gefährlich, wenn man gegen den Wind ankämpfen musste, und vor allem nass war „Xaver“ allemal.

Draußen am Weidefelder Strand sorgte sich Strandbetreiber Theo Kalmar um sein Restaurant. „Christian“ hatte Teile des Daches weggerissen, bislang war kein Dachdecker verfügbar gewesen, um den Schaden zu reparieren. Gestern stand Kalmar im peitschenden Regen vor dem Gebäude und blickte nach oben. „Wir müssen aufpassen, dass jetzt nicht auch noch der Rest runterkommt“, sagte er. Am Strand selber lag der Wachturm auf der Seite, auf der wilden Ostsee tanzten die weißen Schaumkrönchen.

Auch in Maasholm bogen sich die Uferpflanzen am Wormshöfter Noor im Sturm, gegen 16 Uhr blitzte und donnerte es zudem ein paar Mal ziemlich heftig. Vorsichtshalber hatte die Amtsverwaltung Geltinger Bucht die für gestern angesetzte Gemeindevertretersitzung in Nieby abgesagt, auch die Seniorenbeiratssitzung in Kappeln fiel aufgrund der Wetterlage aus. In Kappeln bildeten seit gestern 10 Uhr Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt eine Notrettungsleitstelle. Der Bauhof hatte im Außenbereich alles gesichert, was bei einem Orkan gefährdet schien. Die Region schien auf das Unwetter vorbereitet zu sein, so gut so etwas überhaupt geht, allein „Xaver“ kam bis gestern,
18 Uhr, nicht in der erwarteten Stärke.

Das Kappelner Polizeirevier meldete bis gegen 16.30 Uhr keine besonderen Vorkommnisse, viel mehr sei die Stadt bis zu diesem Zeitpunkt wirklich noch gut weggekommen. Aber: Vorbereitet hat sich natürlich auch das Revier. Auf jeden Fall noch den ganzen heutigen Tag über sei mehr Personal als sonst üblich in der Gerichtstraße verfügbar und einsatzbereit.

Ähnlich sah die Lage bei der Feuerwehr aus. Lediglich einen einzigen Einsatz vermeldete Ortswehrführer Dirk Schadewaldt bis 16.30 Uhr. „Eine Tanne hatte sich auf die Seite gelegt und ragte in Schieflage über der Straße. Wir haben den Baum dann aus dem Straßenbereich entfernt.“ Die Feuerwehren waren gestern kreisweit alarmiert. Mit einer Mindeststärke von vier Mann pro Fahrzeug hockten sie in den Gerätehäusern. „Wir warten auf das, was da kommt“, so Schadewaldt. Die Unwetterwarnung ging bis 23 Uhr, bis heute früh 7 Uhr wollen die Feuerwehrleute im Schichtwechsel im Gerätehaus sitzen. Gestern um 16 Uhr betrug die höchste Windgeschwindigkeit von Sturmtief „Xaver“ im Raum Kappeln 96 Stundenkilometer. Dazu Dirk Schadewaldt: „Das liegt deutlich unter der Windgeschwindigkeit von Christian.“

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