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Hafen Eckernförde : Zahl der Traditionsschiffe sinkt weiter

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der 1931 erbaute Schlepper „Max“ verlässt Eckernförde. Damit sind nur noch acht Traditionsschiffe in der Stadt übrig.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Die Tage des Traditionsschiffes „Max“ in Eckernförde sind gezählt. Eigner Rieke Boomgaarden hat den Schlepper aus dem Jahr 1931 verkauft – morgen kehrt das Schiff der Ostsee den Rücken und fährt in Richtung Dortmund. Boomgaarden, dem auch die „Andreas Gayk“ anteilig gehört, sagt: „Ich will meine Kräfte bündeln und mich intensiv um die Andreas Gayk kümmern.“ Der ehemalige Butterdampfer soll im Sommer Fahrten in der Eckernförder Bucht anbieten, die letzten Arbeiten sollen bis spätestens August abgeschlossen werden. Für „Max“ ist da keine Zeit mehr. Mit dem 15 Meter langen 80-PS-Schlepper verschwindet wieder ein altes Schiff aus dem Hafen. „Normal ist es, dass eine Abwanderung durch Zuwanderung wieder ausgeglichen wird“, so Rieke Boomgaarden, der auch Sprecher der Traditionsschiffe in Eckernförde ist. Das sei aber auch stark davon abhängig, welche Arbeitsmöglichkeiten die Traditionsschiffer im Hafen haben. Der alte Netzschuppen als Lager und Werkstatt für die Skipper ist einem Apartementhaus gewichen. Für Juni ist der Abriss der gelben Halle geplant, in der die Traditionsschiffer einen Teil ihrer Ausrüstung lagern. Direkt am Hafen sieht Boomgaarden dann erstmal keine Unterbringungsmöglichkeit mehr. Die Bedingungen werden seiner Befürchtung nach in Eckernförde nicht besser. Immer mehr entwickele sich das Revier zu einem Freizeithafen.

Der größte Gegenwind bläst den Skippern auf Bundesebene entgegen: Die Berufsgenossenschaft Verkehr hat in den vergangenen Jahren die Traditionsschifferverordnung immer restriktiver gehandhabt. Die Eigner müssen für die Zulassung als Traditionsschiff die Historizität ihrer Wasserfahrzeuge nachweisen. Nicht selten müssen sie einzelne Details oder ganze Decksaufbauten in den Originalzustand zurückbauen. Ohne Zulassung dürfen die Schiffe nur zwölf Passagiere an Bord nehmen – und das rechnet sich nicht. Immer mehr Skipper schmeißen aus Frust hin. In Eckernförde hatsich die Traditionsflotte in den vergangenen zehn Jahren um die Hälfte verringert.

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