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Schlei-Bote

19. August 2017 | 00:39 Uhr

Workshop zur Klärung der Schulfrage

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Hasselberger Bürgermeister befürchtet feindliche Übernahme durch Gelting bei der Fusion der Grundschulstandorte im Amt Geltinger Bucht

Die Zeit der Eigenständigkeit der „alten“ Schulausschüsse in den Bezirken Gelting, Kieholm, Steinbergkirche und Sterup ist endgültig vorbei: Auf der konstituierenden Sitzung des für das Schulwesen an der Geltinger Bucht verantwortlichen Gremiums wurde im voll besetzten Versammlungsraum des Verwaltungsgebäudes in Steinbergkirche Amtsvorsteher Thomas Johannsen aus Niesgrau einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Die Aufgaben des Stellvertreters übertrugen die elf Ausschussmitglieder dem Hasselberger Bürgermeister Hans-Heinrich Franke.

Erhebliche Sorgen machen sich die Mandatsträger um den Schülerschwund und die niedrigen Geburtenzahlen. Besonders kritisch ist die Lage an der Geltinger Georg-Asmussen-Grundschule: Dort liegt die Zahl der Lernenden mit aktuell 77 erstmalig unter der vom Bildungsministerium in Kiel für die organisatorische Eigenständigkeit festgesetzten Untergrenze von 80 Schülern. Aber auch die Grundschulen Kieholm (83 Schüler) und Steinbergkirche (82) müssen bangen. Lediglich die Grundschule Sterup mit 120 Kindern steht noch auf sicheren Beinen. Der Schulausschuss sieht raschen Handlungsbedarf. Um alle vier Grundschulstandorte langfristig zu erhalten, bleibt nur der Weg über eine organisatorische Verschmelzung, wobei auch ein Dreiermodell (Steinbergkirche, Gelting, Kieholm) nicht als Tabu angesehen wird. Eine solche Lösung würde bedeuten, dass zwei Grundschulen ohne eigene Leitung nur als Außenstellen überleben.

Ein Nachspiel hatte der vor der Kommunalwahl unternommene Vorstoß der Gemeinde Gelting, im Amtsausschuss eine organisatorische Verbindung zwischen den Schulen Gelting und Kieholm mit Sitz in Gelting in die Wege zu leiten. Rückblickend zürnte Hans-Heinrich Franke als Ex-Schulverbandsvorsteher von Kieholm: „Diesen für uns völlig überraschenden Antrag empfanden wir als Versuch einer feindlichen Übernahme durch Gelting.“ Es habe keine Informationen vorweg gegeben, und das Ganze widerspreche früher gefassten Absprachen. Franke: „Das Vertrauen ist dahin.“ Johannsen und Geltings Bürgermeister Uwe Linde wiesen den Vorwurf der „feindlichen Übernahme“ zurück. Johannsen: „Die Kinderzahlen wachsen nicht in den Himmel.“ Und Linde betonte, angesichts der negativen Entwicklung der Schülerzahlen sei es – auch aus Sicht der Schulaufsichtsbehörde – dringend erforderlich, eine baldige Lösung für den Fortbestand aller Schulstandorte zu finden.

Nach längerer Diskussion verständigten sich die Mandatsträger ohne Gegenstimme auf die Einberufung eines von einem neutralen Moderator geleiteten Workshops, an dem Eltern- und Lehrer-Vertreter beteiligt werden sollen. Klar war den Schulausschuss-Mitgliedern allerdings: Wenn man nicht vor Ort zu Potte kommt, wird irgendwann ein Machtwort in Kiel gesprochen.

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erstellt am 09.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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