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Dörphof/Kappeln : Wollmützen für Flüchtlinge im Akkord

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Anja Thoma häkelt 115 Kopfbedeckungen für Asylbewerber – und wünscht sich noch viele weitere Garn-Spenden.

von
erstellt am 18.Feb.2016 | 07:30 Uhr

Stapelweise lagern bei Familie Thoma in Dörphof Mützen in allen Farben und Mustern. Gehäkelt hat Anja Thoma (46) derzeit 115 Mützen. Und es sollen noch viel mehr werden, denn sie möchte Flüchtlinge zu einem warmen Kopf verhelfen.

Seit Anfang Januar häkelt die seit vielen Jahren arbeitsunfähige und an starkem Rheuma leidende gelernte Kinder- und Jugendbetreuerin Mützen. „Das ist meine Art, die vielen Flüchtlinge zu unterstützen“, sagt Thoma. So könne sie sich die Zeit gut einteilen und müsse sich nicht festlegen. Im Bekanntenkreis rief sie zu Wollspenden auf und bekam prompt bergeweise Garnrollen. So stellte ihr das Kappelner Kaufhaus Stolz Garne zur Verfügung wie auch viele Mitbürger und ihre Schwester im fränkischen Coburg, die ihrerseits Garne für ihre Schwester bei Arbeitskolleginnen sammelte. Derzeit hat Anja Thoma noch Material für gut 100 Mützen, aber sie hofft auf mehr Garn, um darüber hinaus Mützen in allen Größen und Farbvarianten zu häkeln.

„Ich brauche immer eine Beschäftigung und muss etwas tun“, sagt Anja Thoma. „Einfach nur rumzusitzen, kann ich nicht.“ Und so griff sie zur Häkelnadel. Stricken kann sie aufgrund ihrer anhaltenden Erkrankung nicht, aber Häkeln – „das läuft wie von alleine“, sagt sie. Und so stellt sie schon mal zwei bis drei Mützen an einem Abend her. Wenn ihre Kinder oder ihr Mann zu Hause sind, dann lässt sie das Häkelzeug aber gern liegen. Dann hat die Familie Vorrang. Sind jedoch alle aus dem Haus, dann greift sie zum Handarbeitszeug.

Unterstützt wird sie von ihrem Vater Gottfried Bibelriether (79), der bei der Familie wohnt. Er bereitet die Garn-Spenden vor, ribbelt schon mal angefangene Pullover oder Socken auf und wickelt die Garne auf. Sind die Garne zu dünn, dann verdreht er mehrere zusammen und stellt ein dickes Garn her. Denn nur mit richtig dickem Garn gelingen die Mützen, die sich an die bekannten My-Boshi-Mützen anlehnen. Ihre Farbvielfalt ist aber deutlich größer.

Um die Größe der Kopfbedeckung anzupassen, muss jeder in der Familie „seinen Kopf herhalten“. Und so gibt es Mützen für Babys, für Grundschüler, für Teenager und Erwachsene. Ende der Woche wird eine Bekannte von Anja Thoma die Mützenstapel mit nach Kiel nehmen und dort der Kieler Flüchtlingsorganisation übergeben. Dann werden Thomas Mützen an die künftigen Träger weitergereicht. Bleiben noch welche über, dann gehen diese an andere Organisationen, um sie an Flüchtlinge zu verteilen. Für Anja Thoma ist das ein gutes Gefühl. „Gerade bei dem kaltem Wetter sind Mützen genau richtig“, findet Thoma. Zusätzlich hat sie auch noch acht Schals gehäkelt, die sie ebenfalls mit nach Kiel gibt.

Wer Anja Thoma unterstützen möchte, der spendet ihr weitere Garne, egal welcher Farbe oder Stärke. Sie ist unter Tel. 0  46  44  /  97  37  19  0 erreichbar.

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