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Schlei-Bote

15. Dezember 2017 | 15:39 Uhr

Kappeln : Wo sind all die Spielgeräte hin?

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Sozialausschuss befürwortet neue Sandkiste und Karussell, kritisiert aber fehlende Informationen der Verwaltung.

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2014 | 07:30 Uhr

Nachdem die Stadt im vergangenen Jahr verfügt hatte, vier ihrer 21 Spielplätze zu veräußern, wurden im Anschluss die darauf befindlichen Spielgeräte demontiert. Damals lautete die Vorgabe, die Geräte eventuell auf anderen Spielplätzen wieder aufzubauen. Aus diesem Grund und aufgrund der bekannt schwierigen Haushaltslage tat sich der Sozialausschuss bei seiner jüngsten Sitzung schwer damit, drei städtischen Spielplätzen neue Geräte im Wert von knapp 3800 Euro zu bewilligen. Dass er sich am Ende doch dafür aussprach, war auch darauf zurückzuführen, dass das Gremium die eigentliche Entscheidung dem Hauptausschuss übertrug. Informationen nämlich, die der Sozialausschuss vermisste, um eine wirklich fundierte Entscheidung fällen zu können, sollen bis zur nächsten Hauptausschusssitzung im Dezember vorliegen.

Zur Diskussion standen ein Karussell mit Rundbank (Netto-Preis 1150 Euro) für den Spielplatz am Uferweg, eine große Sandkiste (Netto-Preis 780 Euro) für den Spielplatz in Sandbek und ein sogenanntes Sechseckspiel (Netto-Preis 1224 Euro) für den Spielplatz an der Borkumer Straße. Inklusive Mehrwertsteuer stand da also ein Betrag von 3753,26 Euro. Weitere 5000 Euro veranschlagte die Verwaltung in ihrem Beschlussvorschlag für regelmäßig fälligen Sandaustausch auf allen Plätzen sowie für kleinere Unterhaltungs- und Sanierungsaufgaben. „Jetzt, da einige Plätze weggefallen sind, wird noch genauer auf den Rest geguckt“, eröffnete Ausschussvorsitzender Helmut Schulz (SPD) die Diskussion. Tatsächlich ist die Verwaltung bestrebt, die übrigen 17 Spielplätze merklich aufzuwerten. So hatte etwa der Kinderspielplatz Mehlby in der Süeskoppel im zurückliegenden Sommer einen Balancier- und Kletterparcours sowie ein Schaukelnest erhalten. Und auch jetzt betonte Schulz: „Wir müssen für einen ordentlichen Zustand sorgen.“

Soweit herrschte Einigkeit. Mit Blick auf die geforderten Summen jedoch fragte als erster Matthias Mau (CDU), kein Ausschussmitglied, aber Hauptausschussvorsitzender und daher von Natur aus anfällig für Budgetfragen, genauer nach. Im Jahr 2013 habe man für 21 Plätze noch 4000 Euro für Sandaustausch und Sanierung bereitgestellt, jetzt würden 5000 Euro für 17 Plätze gefordert – „dabei müsste es doch nun bei der verringerten Zahl eigentlich besser gelingen“, sagte Mau. Er plädierte dafür, zunächst in die Erhaltung des Vorhandenen statt in etwas Neues zu investieren. Helmut Schulz monierte zudem, dass aus der Vorlage nicht ersichtlich sei, was mit den demontierten Geräten der umgewidmeten Spielplätze passiert sei. Genauso fehle Information darüber, ob die Geräte, die nun neu angeschafft werden sollen, Ersatzbeschaffungen für irreparable Geräte seien.

Für die Verwaltung betonte Helga Lorenzen vom Amt für Ordnung und Soziales, dass man in den vergangenen Jahren „sehr wenig“ für die Spielplätze ausgegeben habe. „Wenn der Bauhof nicht so viel aus Eigenmitteln übernommen hätte, wäre die Summe mindestens doppelt so hoch gewesen“, sagte Lorenzen. Sie selber könne sich zudem nicht daran erinnern, dass überhaupt einmal Geräte ausgetauscht worden seien. Corinna Graunke (CDU) allerdings rief den Anwesenden ins Gedächtnis, dass man zwar die übrigen Spielplätze aufwerten wolle – „aber es war nicht die Rede davon, etwas Neues zu kaufen“. Vielmehr sollten die abmontierten Geräte verteilt werden. „Mir fehlt das Wissen darüber, was mit den alten Geräten passiert ist“, sagte Graunke. „Wo sind sie?“ Auch Helmut Schulz benannte erneut seine Unsicherheit: „Sollen die neuen Geräte alte ersetzen oder werden sie zusätzlich angeschafft?“ An einer Antwort versuchte sich Norbert Dich (Grüne). „Ich interpretiere die Beschlussvorlage so, dass die alten Geräte nicht mehr sicher sind“, sagte Dick.

Unter all die Fragen und Deutungsversuche zog schließlich Matthias Mau einen Schlussstrich. „Zur nächsten Hauptausschusssitzung hätte ich gerne gewusst, was aus den alten Geräten geworden ist“, sagte er. Danach sei er zudem bereit, darüber zu beraten, was aus den Verkaufserlösen der umgewidmeten Plätze eventuell in die Aufwertung der vorhandenen Plätze investiert werden könnte. Einstimmig folgte der Sozialausschuss im Anschluss der Beschlussvorlage und beantragte 5000 Euro für die Unterhaltung der Spielplätze sowie 3800 Euro für neue Spielgeräte. Im Hauptausschuss soll dieser Antrag dann genauer begründet werden.

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