zur Navigation springen

Spielplätze in der Schleistadt : Wo Kappelner Kinder gerne spielen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Umfrageergebnisse zeigen die beliebtesten Plätze und die Wünsche der Nutzer auf. Stadt stellt 20000 Euro jährlich zur Verfügung.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 06:56 Uhr

Kappeln | Dass sich die Stadt um ihre Spielplätze kümmern muss und möchte, steht außer Frage. Bereits vor einer ganzen Weile hatte der Sozialausschuss dazu ein mehrseitiges Konzept verabschiedet, das unter anderem eine Beteiligung der Kinder – also der Spielplatz-Nutzer – vorsieht. Ziel sollte sein, herauszufinden, welche Spielgeräte aus Kindersicht unbedingt auf einen Spielplatz gehören und welche verzichtbar sind. Denn der Hauptausschuss hatte parallel zum Konzept Geld bereitgestellt, 20000 Euro pro Jahr und das für die nächsten zehn Jahre. Viel Geld, das so sinnvoll wie möglich ausgegeben werden soll. Und sinnvoll heißt in diesem Fall eng an den Kinderwünschen orientiert. Und während die Gorch-Fock-Schule nun die Ergebnisse der Befragung unter ihren Schülern vorlegte, macht eine Mutter auf den in ihren Augen wenig zweckmäßig eingerichteten Spielplatz am Rathaus aufmerksam.

18 Plätze sind es insgesamt, für die die Stadt verantwortlich ist. Und die 20000 Euro, die in diesem Jahr zur Verfügung standen, sind in erster Linie dem Spielplatz an der Kirsebek zugute gekommen. Erwin Petersen vom Bauhof erläuterte jetzt vor dem Sozialausschuss, 15  000 Euro davon für eine Kletterturm-Rutschkombination ausgegeben zu haben. Sein Fazit: „Das wird von den Kindern gut angenommen. Und wir wollen gerne weitermachen.“ Im kommenden Jahr hat Petersen den Spielbereich in der Schleistraße im Blick.

Dass derweil der Spielplatz in Ellenberg derjenige ist, der den Kindern am geläufigsten ist, ergab schließlich die Umfrage an der Gorch-Fock-Schule. 199 Grundschüler haben sich laut Schulleiterin Wiebke Christiansen-Hansen an der – vor allem für Pädagogen relativ aufwendigen – Befragung beteiligt, dabei waren die Kinder überwiegend aufgefordert, freie Antworten zu geben anstatt aus vorgegebenen zu wählen. Überrascht hatte Christiansen-Hansen vor allem die Aussage, dass knapp 52 Prozent der befragten Kinder tatsächlich nur selten einen Spielplatz aufsuchen, täglich tun das knapp 17 Prozent. Als Gründe, weshalb einige Spielplätze auf sie nicht ansprechend wirkten, nannten die Kinder überwiegend zu wenige, veraltete oder kaputte Geräte, auch fehlende Sauberkeit spielte eine Rolle. Unter den Wünschen, die die Kinder äußern durften, landete mit großem Abstand die Seilbahn auf dem ersten Platz – Christiansen-Hansen dazu recht nüchtern: „Da sind 20000 Euro ja nichts.“ Nestschaukel, Kletternetz und Skatepark wurden ebenfalls häufig genannt. Gleichwohl habe die Umfrage in ihren Augen eine Tatsache auf jeden Fall ergeben: „Ein Spielplatz muss einen gewissen Reiz ausüben, sonst ist er wertlos.“ Unterm Strich lobte die Schulleiterin den Ansatz der Politiker, die Kinder in diese Entscheidung einzubinden. „Das ist toll“, sagte sie, „wenn man den Kindern auf diese Weise das Gefühl gibt, wirklich mitmachen zu können“.

Für ein bisschen an den Kindern vorbeigeplant, hält Anika Kammer derweil den Spielplatz am Rathaus. „Es gibt viele Plätze, die wirklich toll aussehen und kindgerecht gestaltet sind“, sagt sie. Der am Rathaus gehört aus Sicht der Mutter allerdings nicht dazu. Konkret handelt es sich dabei etwa um eine Hangelgerät, das ihrer Ansicht nach zum einen so nicht richtig steht und zum anderen die Hangelschienen falsch aneinander gereiht wurden. „Es ist nicht richtig eingegraben“, sagt Kammer. Die Folge: Ihr achtjähriger Sohn kommt gar nicht an die Hangelschienen, eine 1,73 Meter große Bekannte nur mit viel Mühe. „Alleine können die Kinder das Gerät überhaupt nicht nutzen“, sagt die Mutter. Und weil die Schienen mit ihren ausladenden Griffen alle in Reihe hintereinander weg und nicht wie eigentlich erforderlich im Wechsel angebracht sind, funktioniert das wirkliche Entlanghangeln ohnehin nicht. „Die Griffe müssten immer abwechselnd rechts und links anzufassen sein“, erklärt Anika Kammer. „Nur so kann man ja immer die Arme wechseln und sich von hinten nach vorne hangeln.“

Im Rathaus habe sie ihre Anmerkungen bereits vorgebracht. Dort habe man ihr gesagt, dass sie die erste sei, der das aufgefallen sei. Kammers Wunsch: „Es wäre schön, wenn man einfach ein bisschen genauer hinguckt und etwas vorausschauender plant.“ Die Geräte sollten so konzipiert sein, dass sie die Kinder auch wirklich eigenständig nutzen können.

Der Sozialausschussvorsitzende Helmut Schulz (SPD) war sich bewusst, dass sich mit der jährlichen Summe von 20000 Euro nur im überschaubaren Maß etwas bewegen lässt. „Vielleicht“, schlug er daher vor, „müsste man zwei Jahre zusammenlegen und dann 40000 Euro auf einmal investieren“. Zudem könne er sich vorstellen, die einzelnen Spielplatz-Standorte auf der städtischen Internetseite zu veröffentlichen, um sie so, auch für Neubürger und Urlauber, bekannter zu machen. Schulz: „Auf jeden Fall müssen wir uns darum kümmern, damit sie nicht verwaisen.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen