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Kappeln : Wirtschaft fordert mutige Investitionen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Stefan Lenz prangert das „katastrophale Erscheinungsbild“ der Innenstadt an.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Es ist noch nicht so lange her, da hatte Stefan Lenz, Vorsitzender des Wirtschaftskreises Pro Kappeln (WPK), angekündigt, häufiger Sitzungen des Bauausschusses besuchen zu wollen. Anlass war die Aufforderung des Bauausschussvorsitzenden Volker Ramge (CDU), die Politik mit Ideen aus dem WPK zu versorgen, wenn es etwa um die Verbesserung der Infrastruktur gehe. Lenz nutzte nun die jüngste Zusammenkunft des Gremiums für den großen Rundumschlag und wurde am Ende mit einem Arbeitsauftrag entlassen.

„Wir sind schon seit drei Jahren dabei, zu überlegen, in welche Richtung sich Kappeln entwickeln sollte“, sagte Stefan Lenz zur Einstimmung. Und dann listete er Orte auf, die nach Ansicht des WPK mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, weil sie das positive Bild, das die Stadt durchaus zu Recht von sich zeichnet, empfindlich trüben. Beispiel: Deekelsenplatz. Lenz nannte ihn „eigentlich nicht zumutbar“. Auch die Zuwege in Richtung Innenstadt kritisierte der WPK-Chef. „Das Erscheinungsbild ist eine Katastrophe“, sagte er etwa im Hinblick auf die „Brache“, die Autofahrer empfängt, die über die B  199 nach Kappeln hineinfahren. Lenz: „Kappeln ist die Stadt der vielen Brachen.“ Genauso beschäftigt den WPK die Entwicklung des Südhafens – „ob nun mit oder ohne Museumsbahn“. Gleiches gilt für die Innenstadt selber, die sich nach Lenz’ Worten verwandeln sollte, wobei er sich ein starkes Signal der Stadt wünschte: „An einer gepflegten Straße fällt es Betrieben leichter, sich anzusiedeln.“ Mit Bezug auf das Thema Parkplätze stellte Lenz eine Arbeitsgruppe (AG) des WPK vor, die sich intensiv damit befasse. „Und wir bitten darum, die Sache neu anzugehen“, sagte er. „Denn langsam müssen Taten folgen.“ Gleichzeitig betonte Lenz, dass sich seine aufgezählten Einzelfälle gegenseitig beeinflussen und so einen „Gesamtkomplex“ ergeben. Sein Fazit: „Unsere Stadt kann konsolidiert untergehen oder mit Mut nachhaltige Investitionen tätigen.“

Bei diesen Worten fühlte sich naturgemäß Matthias Mau (CDU) als Hauptausschussvorsitzender angesprochen. „Wir wollen uns nicht kaputtsparen“, sagte er. Vielmehr gebe man viel für Instandhaltung aus. Gleichwohl will auch Mau auf das „Zusammenspiel mit der Wirtschaft“ setzen und forderte die AG Parken auf, häufiger zu tagen, um schneller zu Ergebnissen zu kommen. Mau: „So kann ein Prozess angeschoben werden, der uns in die Lage versetzt, die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Volker Ramge hatte Lenz’ Ausführungen mitgeschrieben und sprach davon, nun einen „Startschuss“ zu haben. „Im Verkehrsausschuss haben wir schon einmal versucht, eine Liste mit Infrastrukturmaßnahmen zu erstellen, haben uns aber verzettelt“, erinnerte er. Um eine Wiederholung zu vermeiden, wünschte sich Ramge eine enge Begleitung der AG im Bauausschuss. „Wir möchten euch regelmäßig hören, damit wir eure Ideen als konkrete Beschlussvorlagen umsetzen können“, sagte er. Stefan Lenz sagte gerne zu. Seine jüngste Sitzungsteilnahme könnte also der Beginn eines regelmäßigen Austausches zwischen WPK und Politik sein – ohne sich zu verzetteln.

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