„Wir sind auf einem guten Weg“

Amtsvorsteher Thomas Johannsen blickt optimistisch in die Zukunft.
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Amtsvorsteher Thomas Johannsen blickt optimistisch in die Zukunft.

Amt Geltinger Bucht: Arbeitsplätze, Hilfe für Flüchtlinge und Breitbandversorgung stehen für Amtsvorsteher Thomas Johannsen auf der Agenda 2015

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08. Januar 2015, 12:39 Uhr

Wenn der Tourismus auch ein Wirtschaftsfaktor ist, auf den Vorsteher des Amtes Geltinger Bucht Thomas Johannsen ein Hauptaugenmerk richtet, so ist es ihm doch ebenso wichtig, Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Nur wenn junge Leute in der Region ein auskömmliches Einkommen fänden, siedelten sie sich auch mit ihren Familien in den Dörfern an. Da wäre die Realisierung interkommunaler Gewerbegebiete sehr hilfreich, meint der Amtsvorsteher.

Thomas Johannsen (53) ist seit 1994 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Niesgrau und seit Juli 2013 auch Vorsteher des Amtes Geltinger Bucht. Zuvor war er fünf Jahre stellvertretender Amtsvorsteher und davor eine gleiche Zeitspanne Amtsvorsteher des ehemaligen Amtes Steinbergkirche. Diese Aufgaben versieht er ehrenamtlich; im Hauptberuf ist er Verwaltungsfachangestellter bei der Stadt Kappeln. Mit Optimismus blickt er dem Jahr 2015 entgegen. Die 2014 begonnene Arbeit soll fortgesetzt werden.

Von den vier Grundschulen im Amtsbereich ist derzeit keine in ihrem Bestand gefährdet. Dennoch beschäftige man sich mit einer organisatorischen Verbindung der Grundschulen Kieholm und Gelting, erläutert Johannsen. Von einer Schließung sei keine Rede, aber das Amt als Schulträger sei gefordert, „in die Zukunft zu denken“.

Zu den Aufgaben in diesem Jahr werde auch die Fertigstellung des „Masterplans Tourismus“ gehören. Es gelte, auch mit Blick auf die Bauleitplanung, die vorhandenen Stärken weiter herauszuarbeiten. So könnte beispielsweise für Hasselberg und Kronsgaard der Schwerpunkt im Badetourismus liegen. Für Niesgrau favorisiert Johannsen den Bereich Segeln und Freizeit. Ein entsprechender Bebauungsplan werde in diesem Jahr endgültig beschlossen. Dabei geht es um die Weiterentwicklung des Sportboothafens in Gelting-Mole, wozu eine Halle als Boote-Winterlager, ein Wohnmobilstellplatz und eine Tankstelle für Boote gehören sollen. Wenn alles klappt, könnte mit der Umsetzung nach den Sommerferien begonnen werden. Eine Wiederbelebung des Fährverkehrs von Gelting-Mole nach Dänemark schließt der Amtsvorsteher aus. Was man jedoch nicht aus dem Auge verlieren sollte, wäre für den Hafen eine Fahrgastschifffahrt.

Aus Kriegs- und Krisengebieten geflüchteten Menschen ein neues Zuhause zu geben, hat sich das Amt zur Aufgabe gemacht, und es werde diesen Ansatz, betont Johannsen, auch weiterhin verfolgen. Was den dafür notwendigen Wohnraum betrifft, gebe es derzeit ausreichende Kapazitäten.

Die im Dezember vom Amtsausschuss beschlossene Einführung eines Ratsinformationssystems soll im Sommer realisiert werden und für Transparenz beim Verwaltungshandeln sorgen. Ein Thema, „das uns in Atem hält“, ist die Breitbandversorgung. Da spricht Johannsen von dem angedachten Zweckverband auf Kreisebene. Er hoffe, sagt er, dass die erforderlichen Verträge zügig geschlossen werden und hoffentlich Ende dieses Jahres mit der Ausschreibung begonnen werden könne.

Ebenfalls 2015 umgesetzt werden soll das Konzept für die „Bildungslandschaft Amt Geltinger Bucht“. Das Konzept ist nach den Worten des Amtsvorstehers termingerecht beim Kreis zwecks Anerkennung eingereicht worden. Sobald diese vorliege – Johannsen rechnet damit im ersten Quartal des Jahres – gelte es, das Konzept mit Leben zu füllen. Als Start für die Vernetzung von Angeboten für junge Menschen peilt der Amtsvorsteher den Beginn des Schuljahres 2015/16 an.

Beschäftigen wird die Verwaltung auch die Finanzknappheit in den Gemeinden, betont Johannsen. Dies sei in der letzten Amtsausschusssitzung des vergangenen Jahres deutlich geworden. Investitionen auf Amtsebene wirkten sich auf die Gemeinden aus und da müsse sehr sorgsam abgewogen werden, was bezahlbar sei. Aber einen Stillstand dürfe es nicht geben, denn das würde einen Rückschritt bedeuten „und den wollen wir nicht“, bekräftigt Thomas Johannsen. Vor diesem Hintergrund komme auf den, auf Vorschlag des Bürgermeisters von Rabenholz, Jörg Theet-Meints, gebildeten neuen Arbeitskreis viel Arbeit zu. Der solle ausloten, was wie finanziert werden könne, dem Amtsausschuss und seinen Fachausschüssen zuarbeiten. Insgesamt gesehen, so des Amtsvorstehers Fazit, „sind wir auf einem guten Weg“.

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