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Kappelner Wochenmarkt : „Wir kaufen weniger, aber bewusster“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

In diesem Winter steigen die Preise für frisches Gemüse besonders stark. Die Kunden verzichten trotzdem nicht und bleiben den Händlern treu.

Wochenmarkt, gestern auf dem Deekelsenplatz: Eine lange Schlange am Stand der Gemüsegärtnerei Breklingfeld, dem Biolandbetrieb aus Nübel. Und das, obwohl die Preise für Gemüse im Moment noch höher sind, als normalerweise im Winter. Schuld am Preisanstieg sind extreme Wetterbedingungen in Südeuropa, die im wahrsten Sinne des Wortes die Ernte verhagelt haben. In Kappeln scheinen die Kunden davon unbeeindruckt.

„Ich komme trotzdem zum Wochenmarkt. Wir brauchen nicht viel. Da kauf’ ich ein bisschen weniger ein, dafür aber bewusster“, verrät Karin Homann aus Brodersby/Schönhagen. „Nur weil es etwas teurer ist, verzichte ich nicht auf frisches Gemüse und kaufe Dosen“, sagt sie und lacht. So sieht es auch Irmtraut Cordes aus Steinbergkirche. „Es gibt doch so viel anderes als Salate und Brokkoli“, sagt sie und zeigt ihre Beutel voller Wurzelgemüse, Zwiebeln, Roter Bete und Pastinaken. „Wir kommen auch so gut durch den Winter, und der ist ja auch schon halb rum.“ Es gebe zahlreiche gute Rezepte, aus vielen Gemüsesorten könne man tolle Brotaufstriche herstellen und ernährungstechnisch sei doch dasselbe drin, wie im Gemüse aus Südeuropa. Auch in puncto Lagerhaltung hat sie einen guten Tipp. „Ich lege die Sachen in Eimer und bedecke sie mit Sand, dann muss ich nicht jede Woche los“, verrät sie.

„Die Preise verändern sich ständig“, berichtet Nora Boysen, die gestern mit Andrea Boysen die Kunden am Stand der Gemüsegärtnerei Breklingfeld bediente. Die Zucchini-Preise seien seit vergangenem Sonnabend schon wieder etwas gesunken – der Salat und die Gurken dagegen die Spitzenreiter, was die Preise angehe. Die Nachfrage an den Markttagen sei aber unverändert. „Die Leute lassen sich davon nicht abschrecken“, sagt Nora Boysen. „Zum Glück“, stimmt Andrea Boysen zu. „Aber viele sind auch schon jahrelang unsere Kunden. Das hat bestimmt auch etwas mit Vertrauen zu tun.“

Salat? Zucchini? Im Moment stehe ihr der Sinn eher nach einer deftigen Suppe, berichtet Gisela Meyer aus Kappeln und zählt gleich auf, was sie alles für ihren Kichererbsen-Eintopf benötigt: Porree, Sellerie, Paprika, Ingwer, Chili und Kurkuma. Zum Stand der Gemüsegärtnerei kommt Gisela Meyer regelmäßig. „Ich kauf hier auch immer den Rosenkohl – den gibt es nirgends sonst so gut wie hier“, schwärmt sie.

Sarah Marie Gesk ist auch häufig auf dem Wochenmarkt und kauft dort ihr Gemüse. Ihr Sohn ist fünf Monate alt und beginnt gerade Brei zu essen, da kocht die junge Mutter am liebsten mit frischen Zutaten vom Biolandbetrieb. „Das ist eine ganz andere Qualität als in den Supermärkten, und das schmeckt man schon“, sagt sie. Ein bisschen weniger kaufe sie aufgrund der gestiegenen Preise zwar schon, aber dafür „etwas Ordentliches“. Diesmal sollen es ein paar Pellkartoffeln, etwas Salat und Paprika für den Rest der Woche sein, hat sie sich überlegt.

Maria Herrmann kommt jeden Donnerstag aus Winnemark zum Wochenmarkt in Kappeln. Sie ist mit biologischen Erzeugnissen groß geworden und Stammkunde bei Nora und Andrea Boysen. Zu den Preisen sagt sie: „Es ist, wie es ist. Die Ernte fällt eben nicht immer gleich aus. Dann muss der Verbraucher das auch mal mittragen. Ich kaufe ein wie immer und bin bereit, das zu zahlen.“

Händler Wolfgang Koch von der gleichnamigen Kappelner Gärtnerei hat festgestellt, dass das Kaufverhalten seiner Kunden sich ein wenig verändert hat. „Es wird weniger und gezielter gekauft – das ist so“, sagt er. Regionale Produkte seien davon aber nicht betroffen.

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erstellt am 17.Feb.2017 | 12:00 Uhr

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