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Arbeitslosenzahlen für Oktober : Winterzeit auf dem Kappelner Arbeitsmarkt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Geschäftsstelle ist mit einer Arbeitslosenquote von 8,6 Prozent jetzt wieder Schlusslicht des gesamten Agenturbezirks. Baubranche wird voraussichtlich von den Orkanschäden profitieren.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 07:30 Uhr

Auf dem Arbeitsmarkt im Kappelner Umland ist die Winterzeit angebrochen. Seit der gestrigen Veröffentlichung der Oktoberzahlen trägt die Kappelner Geschäftsstelle im Agenturbezirk Flensburg jetzt wieder die rote Laterne. Ob Flensburg, die Kreise Nordfriesland oder Schleswig-Flensburg – keine Geschäftsstelle weist eine so hohe Arbeitslosenquote von 8,6 Prozent auf.

Zwar ist die Region noch weit entfernt von einer zweistelligen Quote, wie es sie hier vor gar nicht so langer Zeit noch gab. Doch gibt es beunruhigende Anzeichen. So hat sich allein in Kappeln die Quote gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert, nämlich von 8,2 Prozent auf 8,6 Prozent. In diesem Zeitraum wuchs hier die Zahl der Arbeitslosen um sechs Prozent. Auch im Vergleich zum September stieg die Zahl um 1,7 Prozent an. Im September lag die Arbeitslosenquote noch bei 8,4 Prozent.

Dabei sind es keineswegs neue zusätzliche Arbeitslose, die die Zahlen in die Höhe treiben. Vielmehr hat sich vor allem die Zahl der Kunden, die eine neue Stelle haben, verringert. Seit Jahresbeginn haben sich im Vergleich zum Vorjahr 166 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Doch im selben Zeitraum wurde dieser Wert von dem Rückgang der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit in Höhe von 230 überlagert. Und dies obwohl die Zahl der Stellen keineswegs merklich gesunken ist. Dies zeigt die Abhängigkeit der Region vom Saisongeschäft, und möglicherweise den Gegensatz von Angebot und Nachfrage.

Der Leiter der Kappelner Geschäftsstelle, Kai-Uwe Bendixen, analysiert die Oktoberzahlen wie folgt: „Insbesondere im Einzelhandel und in der Gastronomie wurde Personal freigesetzt.“ Bemerkenswert ist für Bendixen der Anstieg der Arbeitslosen um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. „Dies kann durchaus mit der Stellensituation am Kappelner Arbeitsmarkt zusammenhängen, der auch eine Vielzahl von geringfügig Beschäftigungen aufweist“, meint der Kappelner Geschäftsstellenleiter.

Ein weiteres Phänomen ist, dass die Zahl der unter-25-jährigen Arbeitslosen gegenüber dem September um 6,2 Prozent gesunken, gegenüber dem Vorjahr aber um 2,2 Prozent gestiegen ist. Bei der zahlenmäßig deutlich stärkeren Gruppe der über 50-Jährigen stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um zwölf Prozent.

Insgesamt verläuft die Entwicklung im Agenturbezirk besser. Doch auch hier verzeichnete die Gruppe der 50 Jahre alten und älteren Arbeitslosen einen Zuwachs, während bei der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen die Arbeitslosigkeit abnahm. Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 51 oder 0,3 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr veränderte sich die Zahl nicht. Die Arbeitslosenquote liegt bei 7,2 Prozent.

Laut Heike Döpke, Leiterin der Agentur für Arbeit Flensburg, sind in den Oktoberzahlen bereits viele Negativeinflüsse eingearbeitet. „Es haben sich bereits viele Saisonkräfte aus der Hotellerie und Gastronomie arbeitslos gemeldet.“ Das Orkantief am vergangen Montag hat noch keine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gehabt. Doch für die nähere Zukunft ist Döpke optimistisch. „Wir rechnen damit, dass sich die Saison in den Baubetrieben und im Gartenbau spürbar verlängert und es in diesen Branchen in den nächsten Monaten zu weniger Entlassungen kommt.“ Vorsichtiger äußert sich die Agenturleiterin dagegen zum Thema Neueinstellungen. „Der Zuwachs bei den freien Stellen ist erfreulich, im Großen und Ganzen sind die Arbeitgeber zurzeit aber eher zurückhaltend mit Neueinstellungen.“

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