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Naturschutzgebiet Holnis : Winterwanderung für Naturfreunde

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Michael Wagner zeigt morgen Vormittag Vogelkundlern und Landschafts-Liebhabern das verschneite Naturschutzgebiet Holnis.

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 07:30 Uhr

Wenn Michael Wagner morgen durch das Naturschutzgebiet Holnis führt, trotzt der 22-Jährige dem Wetter. Der junge Mann aus dem Allgäu leistet seinen Bundesfreiwilligendienst beim Naturschutzbund (Nabu) auf Holnis, der nördlichsten Halbinsel Deutschlands, die sich gen Dänemark streckt. Für morgen nun lädt Wagner zu einer Winterwanderung ein, die um 10 Uhr am Wendehammer der Straße nach Holnis-Spitze beginnt. Warme Kleidung und festes Schuhwerk sind zu empfehlen, Ferngläser gerne gesehen, denn auch für Vogelkundler gibt es üblicherweise etwas zu sehen.

„Ich bin einfach gerne draußen“, erklärt Wagner sein Engagement. Mit seinem geschulterten Beobachtungsfernrohr (Spektiv) steht er am Rand der Salzwiese an der Nehrung im Nordwesten von Holnis und macht nicht den Eindruck, fehl am Platz zu sein. An diesem Ort käme nur der Wind dazu, zieht er einen Vergleich zum Allgäu, seiner Heimat. Im Frühjahr zog Wagner in die Nabu-Hütte auf Holnis. Seit dem unterstützt er Hans Knöll, den Schutzgebietsreferenten des Nabu auf Holnis.

Die Vögel interessierten ihn am meisten, sagt der junge Mann und spricht von Rotschenkeln und Alpenstrandläufern, die sich noch tags zuvor auf der Salzwiese tummelten. Holnis ist nicht nur ein Rastplatz für Zugvögel. Von den bisher 130 gesichteten Arten, brüten nach Angabe des Nabu 65 auf der Landzunge. Auf der Nehrung und der Salzwiese sorgen Austernfischer, Sandregenpfeifer und Kiebitze für Nachwuchs. Den Fuß der Steilküste machen Brandenten und Mittelsäger zu ihrem Heim.

Seit einigen Monaten ermöglichen zwei Metalltore etlichen Hochland-Rindern den ungehinderten Zugang von einer der Hangwiesen zur Salzwiese hinunter. Seitdem müssen Wanderer und Spaziergänger die Pforten öffnen, wenn sie aus Richtung Holnis-Kliff kommend den Strand erreichen wollen. „Wie auf den Weiden im Allgäu“, sagt Wagner. Die weidenden Rinder sind nicht zu sehen. „Die Tiere wurden Dienstag abgeholt, weil sie nicht mehr genug Nahrung finden“, weiß Wagner. Vor der Salzwiese treiben auf der Förde zwei Schwäne vorbei, die den ungemütlichen Schneeböen trotzen. Michael Wagner baut das Spektiv auf und blickt hindurch. Seine geübten Augen entdecken Stockenten. Möglich, aber seltener sind auch Bergenten an dieser Stelle. Der Laie sieht nur weiße Schwäne vor einem grauen Einerlei von See und Himmel.

400 Hektar sind es inzwischen, die der Nabu auf Holnis hauptsächlich für die Stiftung Naturschutz betreut. Der Naturschutzverein Bunde Wischen nutzt einige Flächen für die Beweidung. „Grund für das Engagement des Nabu ist zum einen die Funktion der Halbinsel, die als Rastplatz oder Landbrücke für Zugvögel dient. Zum anderen ist es die Vielfältigkeit der Landschaft auf engstem Raum“, erklärt Knöll das Engagement des Nabu. Knöll selbst arbeitet seit mehr als 30 Jahren für den Naturschutz auf Holnis. Dort können Tiere und Pflanzen in relativer Ruhe gedeihen. Allerdings erkunden 5000 Besucher an schönen Sommertagen diesen besonderen Flecken Erde. Von dem breitblättrigen Knabenkraut, das im Mai rot-violett den Hang beblüht, und dem krausen Ampfer ist nichts zu sehen. Rot- und Weißdornsträucher geben mit ihren spitzen Ästen ein naturbelassenes Bild ab.

Die Wanderung durch die Winterlandschaft Holnis dauert bis 12.30 Uhr. Es ist die erste dieser Art, die das Tourist-Service-Center und der Nabu gemeinsam anbieten. Anmeldungen sind beim Tourist-Service-Center Glücksburg im Innenhof des Schlosses, Tel. 08 00 / 2 02 00 40, touristinfo@gluecksburg-ostsee.de, möglich. Die Teilnahme kostet 7 Euro für Erwachsene, 4 Euro für Kinder bis zu 14 Jahren. Einen Teil der Einnahmen bekommt der Nabu.

 

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