Winter erreicht den Arbeitsmarkt

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29. Januar 2015, 14:02 Uhr

Der Januar zieht die Zahlen der Arbeitsmarktstatistik ordentlich in den Keller. Im Agenturbezirk Flensburg, zu dem neben der kreisfreien Stadt Flensburg auch die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg gehören, stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 10,6 Prozent auf nunmehr 19  952 Personen. Doch trotz dieser enormen Steigerung liegt diese Zahl um 4,6 Prozent niedriger als im Januar des Vorjahres.

Agenturleiter Hans-Martin Rump erklärt die Entwicklung wie folgt: „Nach dem Weihnachtsgeschäft, im Einzelhandel und im Tourismus, kam es verstärkt zu saisonalen Entlassungen.“ Doch auch die Lager- und Logistikbranche hatte zuletzt Einbrüche zu verzeichnen, sodass es zu Kündigungen kam. „Witterungsbedingt wurden zudem Arbeitskräfte im Gartenbau und im Hochbau inklusive des Baunebengewerbes freigestellt“, so Rump.

Im Vorjahresvergleich meldeten sich 283 (-8,9 Prozent) weniger Personen aus der Erwerbstätigkeit arbeitslos. „Der Arbeitsmarkt ist sicherer geworden. Arbeitgeber entlassen ihr gut eingearbeitetes Personal nicht leichtfertig“, unterstreicht Rump. Betrachte man die Entwicklung der Arbeitslosigkeit über mehrere Jahre, wird für Rump eines ganz deutlich: „Fehlt der Berufsabschluss, ist das Risiko arbeitslos zu werden oder arbeitslos zu bleiben besonders hoch.“ Insofern habe für ihn die Vermittlung von Jugendlichen in Ausbildung und die Qualifizierung Erwachsener Priorität. Und noch eines wird deutlich. Der Arbeitsmarkt hat auch mehr Stellen geschaffen. Innerhalb eines Jahres nahm die Zahl der Beschäftigten im Argenturbezirk um 2426 Personen auf 145  034 im Juni des Vorjahres zu. Das entspricht einer Steigerung um 1,7 Prozent. Ohne diese zusätzlichen Stellen, läge die Arbeitslosigkeit jetzt höher.

Innerhalb des Agenturbezirks schneidet der Kreis Schleswig-Flensburg am besten ab. Hier stieg zwar auch die Zahl der Arbeitslosen auf nunmehr 7584. Doch mit einem Plus von 524 Personen oder 7,4 Prozent fiel die Steigerung nicht so hoch aus wie in Nordfriesland oder Flensburg. Und auch der Vorjahresvergleich fällt hier mit einem Rückgang von 7,8 Prozent am besten aus. Die Arbeitslosenquote im Kreis Schleswig-Flensburg liegt aktuell bei 7,4 Prozent. Im Kreisgebiet kam es vereinzelt zu Einstellungen in der Altenpflege und bei den Erziehern. Entlassungen gab es bei Kraftfahrern, im Gartenbau, Hochbau und im Verkauf.

Vergleichsweise gut sind auch die Zahlen am unteren Ende der Schlei. In der Geschäftsstelle Kappeln waren im Januar 1364 Personen arbeitslos gemeldet, das sind zwar 108 oder 8,6 Prozent mehr als im Dezember, doch gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 98 Personen oder 6,7 Prozent. Und diese Abnahme der Arbeitslosigkeit in Kappeln von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist die höchste im gesamten Agenturbezirk. Allerdings weist Kappeln mit einer Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent – der Agenturdurchschnitt liegt bei 8,3 Prozent – auch mit Abstand den höchsten Wert auf. Ausgerechnet in der Gruppe der Unter-25-Jährigen nahm die Arbeitslosigkeit um fast 14 Prozent gegenüber dem Dezember zu. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe stieg um einen ganzen Prozentpunkt auf 7,7 Prozent. Dennoch liegt dieser Wert deutlich unter der gesamten Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent. Der Vergleich zum Vorjahresmonat fällt dagegen auch hier sehr freundlich aus. Gegenüber dem Januar des Vorjahres ist die Arbeitslosigkeit in dieser jungen Altergruppe um 21,6 Prozent zurückgegangen.

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