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„Windräder im Meer sind eine neue Herausforderung“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

„Zunehmend entwickelt sich die Offshore-Windenergie zu einem wichtigen Faktor der maritimen Wirtschaft in unseren nationalen Gewässern.“ Mit diesem Satz übergab Rainer Gause, Vorsitzender des Nautischen Vereins Kappeln-Schlei, das Wort an Monika Breuch-Moritz. Die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg war als Gastrednerin beim traditionellen Nautischen Essen am Donnerstagabend erschienen. Vor den Vereinsmitgliedern setzte sie sich ausführlich mit dem Stand der Dinge auseinander, machte sich für die Windenergie als sichere und saubere Energie stark, die sie zudem als krisenunabhängig bezeichnete.

Monika Breuch-Moritz ging bei ihrem ersten Kappeln-Besuch auf die Offshore-Windparkprojekte, von denen zwei in Betrieb und neun weitere im Bau sind, ein. Windräder im Meer seien nach der Ankündigung der Bundesregierung, aus der Kernenergie aussteigen zu wollen, eine Herausforderung und neue Art der Bebauung. „Aber“, räumte Breuch-Moritz ein, „es gibt dabei viel zu bedenken.“ Die Präsidentin bedauerte, dass vieles „schlecht geredet“ worden sei, das habe die Realisierung ins Stocken gebracht. „Ich wünsche mir von der Politik mehr Mut“, sagte sie. 2014 bezeichnete Breuch-Moritz wetterbedingt als ein gutes Offshore-Baujahr und betonte: „Die deutsche Qualität, wie sie sich in Nord- und Ostsee darstellt, wird international anerkannt.“

In etlichen Grußworten brachten Vertreter der Stadt und des Deutschen Nautischen Vereins sowie Kreispräsident Ulrich Brüggemeier ihre Verbundenheit mit dem Nautischen Verein Kappeln-Schlei zum Ausdruck und bescheinigten ihm eine große Vielfalt in seinem maritimen Engagement. Brüggemeier unterstrich, dass der maritime Tourismus ein wesentlicher Wirtschaftsbereich sei: „Unsere Ostseeküste hat ihre besondere vom Meer bestimmte individuelle Prägung.“ Vor diesem Hintergrund gelte es, entsprechende in Planung befindliche Infrastrukturprojekte mit touristischen Auswirkungen weiter zu forcieren. Und er fügte hinzu, dass die deutsche Schifffahrt mit den Nautischen Vereinen und ihren über 4600 Mitgliedern über eine Stimme verfüge, die nicht zu überhören sei.

In großer Ausführlichkeit setzte sich schließlich Vorsitzender Rainer Gause mit den Ereignissen dieses Jahres auseinander – international, national und regional. Dabei sprach er die Munitionsaltlasten auf dem Meeresgrund, Versenkungsstellen in der Schlei vor Karschau, mehrere V1-Rakten unmittelbar vor der Nordostküste Angelns und auch Lagerstätten chemischer Kampfstoffe in der Flensburger Förde an. Gause ging auf den Stellenabbau bei der Wasserschutzpolizei, wobei er sich gegenüber Landtagsabgeordneten für den Erhalt der Station Kappeln mit einer ausreichenden Zahl von Beamten bereits stark gemacht hatte. Als ein für die Region trauriges Thema bezeichnete der Vorsitzende den Umstand, dass nach ständig zurückgehenden Umschlagszahlen der Güterumschlag in Kappelns Südhafen und damit auf der Schlei endgültig eingestellt worden sei.

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