zur Navigation springen
Schlei-Bote

16. Dezember 2017 | 10:53 Uhr

Geltinger Birk : Wildpferde auf der Flucht

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Um ihren Bestand zu begrenzen, werden die Koniks der Birk einmal im Jahr eingefangen und einige verkauft.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 07:30 Uhr

Nicht ganz so reibungslos, wie es sich Nils Kobarg, Leiter der Integrierten Station Geltinger Birk, vorgestellt hatte, verlief die diesjährige Einfang-Aktion der Wildpferde im mehr als 600 Hektar großen Naturschutzgebiet. „Wir müssen eine enge Kette in einer geraden Linie bilden“, hatte er den etwa 40 jungen Treibern mit auf den Weg gegeben. „Sonst können die Tiere leicht umdrehen und unsere Linie durchbrechen.“ Dank einiger Hinweise war der Standort der Herden, deren uneingeschränkter „Herrscher“ der 18-jährige Hengst „Karl“ ist, mitten im Gelände zuvor ausgemacht worden. Die mit leichten Reitstöcken bewaffneten Treiber taten ihr Bestes, um der vorgegebenen Marschroute, einem rund zwei Kilometer langen Fußweg quer durch die Vegetation, zu folgen. Ein vier Meter breiter Graben, ein größerer Teich und feuchte Bereiche bildeten die natürlichen Hindernisse.

Doch nach einem anfangs vielversprechenden Verlauf der Aktion geschah es: Die Fluchttiere hatten eine Lücke in der Menschenkette ausgemacht und durchbrachen sie in wildem Galopp. Schließlich versammelten sie sich nahe der Mühle, die Treiber kehrten um, und das Treiben begann von vorne. Der zweite Versuch brachte dann den gewünschten Erfolg: Die Herde, darunter 25 in diesem Jahr geborene Fohlen, gingen in die Falle, in ein spitz zulaufendes Gehege aus Metallstäben. Einer der Treiber begründete das Loch in der Kette so: „Uns fehlten rund 20 Mann.“

Vorsitzende Gisela Vierling vom Verein „Wildpferde auf der Geltinger Birk“ erklärte den Sinn des Unterfangens: Es gehe darum, die Jungtiere mit einem Transponder kenntlich zu machen, manchen Tieren würden vorsorglich auch Mittel gegen Wurmbefall injiziert. „Die Vierbeiner erfüllen hier einen Dienst als Landschaftspfleger. Indem sie den Bewuchs in den Niederungen kurz halten, tragen sie für Brut-Vögel, Amphibien und seltene Pflanzen zum Artenschutz bei“, sagte Vierling.

Nächster Schritt am Fangtag war die Auslese und der Verkauf von Wildpferden im Alter ab sechs Monaten. Insgesamt wurden 13 Jungtiere an Halter, hauptsächlich aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen, verkauft. Drei Wildpferde werden dem Beweidungsprojekt Glasmoor bei Norderstedt zugeführt. Zwölf bleiben auf einer Weide in Falshöft, bis sie in anderen Naturschutzgebieten eingesetzt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen