Wikinger unter gleißender Sonne

Kampfgetümmel auf der Freilichtbühne: Hunderte von Menschen schauten zu, als sich die Wikinger schauspielerisch in die Haare gerieten.  Foto: Dewanger
Kampfgetümmel auf der Freilichtbühne: Hunderte von Menschen schauten zu, als sich die Wikinger schauspielerisch in die Haare gerieten. Foto: Dewanger

Besucherandrang zum Auftakt des größten Schleswiger Volksfestes / Großer Applaus für Falkner-Show

Avatar_shz von
28. Juli 2012, 08:28 Uhr

Schleswig | 29 Grad im Schatten zeigte das Thermometer gestern zum Auftakt der Schleswiger Wikingertage an. Glücklicherweise wurde der gleißende Sonnenschein von einer frischen Brise etwas abgemildert, die von der Schlei herüberwehte. Das typische Strandwetter hat dem Interesse von Einheimischen und Touristen am größten Schleswiger Volksfest jedenfalls keinen Abbruch getan. Rund 3000 Menschen strömten kurz nach dem offiziellen Beginn um 13 Uhr auf die Königswiesen. Die Organisatoren Kaj-Uwe Dammann und Stephan Vollbehr sprachen von einem "gelungenen Start".

Im Wikingerdorf war man jedenfalls auf ein großes Publikumsinteresse vorbereitet. Stockbrot in rauen Mengen wartete darauf, über dem offenen Feuer geröstet zu werden. Schmied "Sven von der Sommersippe" (ein Künstlername, seinen richtigen Namen wollte er nicht verraten) hatte kaum seine Esse angeheizt, als schon die ersten Gäste ein "frisch geschmiedetes Messer" kaufen wollten und dabei mitanpacken durften - eine "heiße Aufgabe" bei Schmiedetemperaturen zwischen 800 und 1200 Grad.

Die Stars der ersten Wikingertage-Stunden waren jedoch ein Habicht und ein Adler, die Falknerin Klaudia Brommund mit nach Schleswig gebracht hatte. Ihren prächtigen Steppenadler muss man gesehen haben. Er ist 26 Jahre alt, seine Vorfahren stammen aus dem Zoo in Moskau. Brommund eröffnet den Showreigen der Wiki-Party. Zu Beginn durfte ein Habicht mit einer Flügelspannweite von 1,20 Meter seine Flugkünste zeigen, der wenige Zentimeter über den Köpfen der Zuschauer sein jeweiliges Ziel ansteuerte. Mancher zuckte kräftig zusammen, als sich das prächtige Tier näherte.

Was am ersten Tag besonders gefiel: die entspannte, geradezu freundschaftliche Atmosphäre, mit der Besucher und Akteure aufeinander zugingen. Man merkte den Freizeit-Nordmännern im Wikingerdorf an, dass sie ihr Hobby mit Freude betreiben. Ebenso haben sie Spaß daran, mit Besuchern ins Gespräch zu kommen und Fragen zu beantworten. Und auch Kinder kamen an nahezu allen Ständen auf ihre Kosten, durften originalgetreu nachgebaute Helme aufsetzen, Schilde in die Hand nehmen oder einfach mitmachen. Zudem gibt es ein großes Wikinger-Kinderdorf, das bei Kindern und Eltern gut ankam. Die Mädchen und Jungen hatten Spaß an den Spielen, und die Eltern konnten sich für ein paar Minuten erholen. Denn nirgendwo auf den Königswiesen gibt es so viele schattige Plätze wie im Kinderdorf.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen