Süderbrarup : Wiedersehen der Meisterinnen

Die Frauenhandball-Meistermannschaft  von Holstein Kiel:  Ursula Ehlers (von links), Renate Plewe, Erika Wohlert/früher Gaedicke, Renate Reese/Gabriel, Angelika Meyer/Gerigk, Dagmar Neutze/Hansen-Kohlmorgen, Anne Reese/Mirau und Jutta Bachmann. Foto: kuhl
Die Frauenhandball-Meistermannschaft von Holstein Kiel: Ursula Ehlers (von links), Renate Plewe, Erika Wohlert/früher Gaedicke, Renate Reese/Gabriel, Angelika Meyer/Gerigk, Dagmar Neutze/Hansen-Kohlmorgen, Anne Reese/Mirau und Jutta Bachmann. Foto: kuhl

Handballspielerinnen von Holstein Kiel trafen sich in Süderbrarup / Deutsches Finale vor 40 Jahren war Hauptthema

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26. August 2011, 07:26 Uhr

Süderbrarup | 40 Jahre nach ihrem Triumph als deutsche Hallenhandball-Meister trafen sich acht Spielerinnen der damaligen Mannschaft von Holstein Kiel nun in Süderbrarup wieder. Eingeladen hatte Erika Wohlert, die heute in Süderbrarup lebt und an jenem schicksalsträchtigen Sonntag vor

40 Jahren zwei Tore gegen den damaligen neunfachen Meister 1. FC Nürnberg warf. Große Treffen der Mannschaft wie dieses finden nur alle zehn Jahre statt. Ansonsten existiert ein kleiner Kreis, der zwei Mal im Jahr zusammen kommt.

Die ganze Woche vor dem Endspiel des Jahres 1971 waren die Spielerinnen mit zusätzlichen Trainingseinheiten akribisch von Trainer Kurt Bartels und Betreuer Klaus Rohde auf das Spiel vorbereitet worden. Am Sonnabend vor dem großen Tag bezogen sie ein Trainingslager im Raum Plön. "Am Sonntagmorgen mussten wir - ohne Waschen und Zähneputzen - um sieben Uhr zu einem Waldlauf antreten", erinnert sich Wohlert, die damals noch Gaedicke hieß. Danach habe noch eine Trainingseinheit in der Plöner Sporthalle auf dem Programm gestanden.

Dann ging es mit dem Bus in Richtung Kiel in die damalige "Ostseehalle", die heutige "Sparkassen-Arena". Wohlert: "Als wir ankamen, trauten wir unseren Augen nicht." Lange Zuschauerschlangen vor den Kassen waren die Handballerinnen nämlich nicht gewohnt.

Um 11 Uhr sollte das Spiel angepfiffen werden. Beim Warmlaufen gab der Hallensprecher aber bekannt, dass das Spiel eine Viertelstunde später anfängt, weil noch zu viele Zuschauer an den Kassen stehen würden. Das strapazierte die Nerven der jungen Damen, die sich als schleswig-holsteinische Meister in einem Turnier gegen die besten Mannschaften aus dem Norden Deutschlands für die Endspielteilnahme qualifiziert hatten.

Doch die Kulisse von 3500 Zuschauern - eine Zahl, die noch nie zuvor in einem Frauenspiel erreicht wurde - beflügelte die jungen Frauen, die nach 50 Minuten einen Endstand von 6:4 für sich verbuchen konnten und am 18. April 1971 um 12.30 Uhr Deutscher Meister waren. Die Tore erzielten: zwei Mal Bärbel Ehlert, ein Mal Dagmar Neutze/Hansen-Kohlmorgen, eines Renate Plewe und zwei weitere Erika Gaedicke (Wohlert).

Heute verfolgen die ehemaligen Meisterinnen Handballspiele, die, was die Torzahl anbelangt, gewaltig zugelegt haben, nur noch vor dem Fernseher. Weder als Betreuerin noch als Spielerin einer Ehemaligenmannschaft ist eine von ihnen noch aktiv.

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