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Adventsschwimmen : Wie Glühwürmchen in der Schlei

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zum 32. Mal rief die Tauchergruppe Süderbrarup zum Adventsschwimmen, konnte aber keinen Zuschauer dafür begeistern, mit in die Schlei zu steigen.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 07:30 Uhr

Die Zuschauer, die sich am späten Sonnabendnachmittag in großer Zahl eingefunden hatten, harrten in feucht-kalter Witterung am Hafen aus und wünschten sich zum Aufwärmen einen Punschstand. Währenddessen stieg ein Dutzend Taucher „ein frohes Fest“ wünschend von der Treppe nahe der Anlegestelle für Fahrgastschiffe in die Schlei, deren Fluten so um die sechs Grad warm waren – immerhin.

Auch in diesem Jahr gestaltete sich das adventliche Fackelschwimmen der Süderbraruper Tauchgruppe zu einem Aufsehen erregenden Spektakel. Frieren war nur bei den Zuschauer angesagt, bei den Schwimmern in ihren Neoprenanzügen als Kälteschutz gab’s das nicht. Denn kaum waren die Taucher in der Schlei, drang Wasser in die Anzüge ein und wurde von der Körpertemperatur erwärmt. „Kuschelig warm“, lauteten da die Kommentare. Allerdings war diese Wärme nicht von Dauer. In den Anzügen hält sich die Körperwärme des Wassers bis zu 45 Minuten. Aber diese Zeit reichte, um unter der Schleibrücke hindurch zu schwimmen und nach rund einem Kilometer entlang der Fahrrinne das Ziel, den Ostsee-Marine-Service, zu erreichen. Dort wartete nicht nur eine heiße Dusche, sondern auch heißer Punsch. Wer es traditionell wollte, so wie Stefan Meyer, Präsident der über 40 Mitglieder zählenden Tauchgruppe, der trank seinen Punsch aus der Schwimmflosse. Andere der zwischen 15 und 63 Jahre alten Taucher bevorzugten Becher.

Das inzwischen 32. Fackelschwimmen habe, so Meyer, keinerlei ernsten Hintergrund, es diene vielmehr ausschließlich dem Spaß. Mit weithin sichtbar brennenden Fackeln und Knicklichtern durch die Schlei zu schwimmen, sei keineswegs nur etwas für „harte Männer“, sondern sehr wohl auch etwas für Frauen. Der wenn auch einsame Beweis: Silke Hansen aus Westerakeby. Der Senior des Adventsschwimmens, der 63 Jahre alte Süderbraruper Schwimmmeister Adolf Kroll, ließ es sich derweil nicht nehmen, auch diesmal wieder den mit vier Fackeln bestückten Adventskranz durch die Schlei zu ziehen. Begleitet wurden die Schwimmer, einem „Haufen Glühwürmchen“ ähnelnd, für den Fall, dass einem die Puste ausgeht, von einem Schlauchboot namens „Seeteufel“. Außerdem hatte sich ein Paddler auf seinem Surfbrett dazugesellt.

Das Angebot des Taucher-Präsidenten an die Zuschauer, mit durch die Schlei zu schwimmen – „Wir haben noch Neoprenanzüge“ –, lehnten diese dankend ab. Und so blieben die Mitglieder der Tauchgruppe unter sich. Die Zuschauer begnügten sich damit, ihnen beim Sprung in die Schlei zuzurufen: „Kommt gesund zurück.“ Und daran hielten sich glücklicherweise alle.


> Mehr unter: www.tauchgruppe-suederbrarup.de

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