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Bürgerinitiative : Widerstand gegen Öl-Erkundung wächst

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Bürgerinitiative „Schönes Angeln“ will intensiver gegen die geplante Erdölförderung des Unternehmens „Central Anglia AS“ vorgehen.

Die Bürgerinitiative „Schönes Angeln“ will sich künftig stärker mit anderen Initiativen zusammenschließen und Aktionen koordinieren, um das Bohren nach Erdöl in Angeln und Schwansen zu verhindern. Nicht ausgeschlossen werden künftig Demonstrationen – „dann, wenn es draußen wieder wärmer wird“, hieß es beim jüngsten „Steinberger Gespräch“, zu dem zahlreiche Bürger gekommen waren, die gegen die von dem Unternehmen „Central Anglia AS“ geplante Erdölförderung auf weiten Flächen der Gemeinden Sterup, Esgrus, Sörup, Mohrkirch, Steinberg und Steinbergkirche Widerstand leisten wollen.

Das Heft des Handelns hat jetzt die Bürgerinitiative „Schönes Angeln“ in die Hand genommen. Deren Sprecherin Birgitt Jessen-Braun bemängelte im vollbesetzten Saal des Steinberger Hofs den ihrer Auffassung nach fehlenden Informationsfluss der Lizenzinhaber für die Suche nach dem „schwarzen Gold“. Die vor einem Jahr vom Geologen Professor Dr. Reinhard Gast (Dammholm) zugesagten vierteljährlichen Gesprächsrunden mit Vertretern aus Kommunalpolitik, Bürgern und Verbandsvertretern hätten bisher nicht stattgefunden, sagte sie.

Von Zuhörern wurde der Verdacht geäußert, die Unternehmensspitze habe etwas zu verbergen. Nur vom Hörensagen sei bekannt, dass bereits Erfolg versprechende Bodenproben entnommen wurden. Obwohl die Central-Anglia-Akteure vor Jahresfrist versichert hatten, die Bohrungen würden bis in eine Tiefe von 1500 Metern nach herkömmlicher Methode – und ausdrücklich nicht per Fracking – erfolgen, glauben ihnen die kritischen Bürger nicht. Erstmals erhielten sie Unterstützung von einer gleichgesinnten Aktivgruppe aus dem nördlichen Schwansen. Auch dort will Central Anglia nach Öl bohren.

Gastredner war der Chemiker Dr. Reinhard Knof aus Nehmten, erklärter Gegner der Erdölerschließung, die, wie er in Steinberg betonte, lediglich kommerziellen Zwecken diene und auf Mensch und Natur keine Rücksicht nehme. An dem Projekt von Central Anglia ließ er kein gutes Haar. Ob Fracking oder nicht: Mit erheblichen Gefahren sei auch die konventionelle Erschließung von Lagerstätten verbunden, betonte er. Der Experte erläuterte, durch tektonische Störungen bei vergleichbaren Bohrungen seien schon einmal künstliche Erdbeben der Stärke 4,5 auf der Richterskala hervorgerufen worden. Alle Schäden an Häusern der Umgebung würden in solchen Fällen vom Betreiber nicht reguliert, sagte er, da die Eigentümer für die Ursache keine Beweise vorlegen könnten. Giftcocktails aus der Tiefe führten unter Umständen zu Krebs oder Erkrankungen der Haut und Atemwege. Weitere Gefahren: salzverseuchtes Trinkwasser, Lärm- und Lichtstörungen und der problematische Verbleib des Lagerstättenwassers, das in riesigen Mengen mit dem Erdöl aus dem Untergrund hochgepumpt würde.

Knof riet den Landeigentümern, auf keinen Fall ihre Grundstücke für Bohrungen herzugeben. Außerdem sollen die Bürgermeister der betroffenen Kommunen mit Rückenstärkung ihrer Gemeindevertreter beim zuständigen Niedersächsichen Bergbauamt in Clausthal-Zellerfeld möglichst einen offiziellen Widerspruch gegen die so genannte „Ausführungserlaubnis“ einlegen. Die Antragstellung koste nichts und habe für einen längeren Zeitraum eine aufschiebende Wirkung. Später müssten die Amtsverwaltungen die Aufgabe der fachlich komplizierten Begründung übernehmen.

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