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Von Kalifornien nach Arnis : Wetteifern der Knarr-Boote

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Mitten auf der Schlei trugen Schotten und Deutsche erstmals ein Rennen in Knarr-Booten aus. Der Sieg ging nach Deutschland.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2013 | 07:30 Uhr

Für eine kleine, aber feine Premiere auf der Schlei vor Deutschlands kleinster Stadt sorgte der Freundeskreis klassischer Yachten mit Sitz in Kiel. Er war Ausrichter eines Wettrennens um den von dem Schotten David Ryder-Turner 1999 ausgelobten Pokal. Dafür waren eigens vom Royal Northern and Clyde-Yachtclub in Schottland acht Skipper als zwei Teams angereist.

Klar, dass sie siegen wollten, doch es kam anders. Bei der Endabrechnung mussten sie den beiden deutschen Mannschaften mit Sven Först aus Kiel und Nobert Hüttner aus Lindaunis als Steuermänner nach sieben Rennen den 5:2-Sieg überlassen.

Das tat allerdings der guten Stimmung keinen Abbruch, denn: Im September 2014 ist Revanche angesagt – dann in Schottland und wieder mit „Knarr“-Booten, so benannt nach dem Frachtboottyp der Wikinger, ein skandinavischer Segelbootstyp. Er wurde 1943 von dem norwegischen Ingenieur Erling L. Kristofersen konstruiert und 1955 vom skandinavischen Seglerverband als Einheitsklasse angenommen. Bis 2008 gab es „Knarr“-Vereinigungen lediglich in Norwegen, Dänemark und in der Bucht von San Francisco in Kalifornien. Deren Flotten segeln untereinander die Weltmeisterschaft aus.

Vor fünf Jahren kam eine deutsche Flotte mit 17 Booten dieses Typs hinzu – fünf davon sind in Arnis stationiert. „Admiral“ der deutschen „Knarr“-Boot-Flotte ist Klaus Birkhoff aus Kalleby. Er war es denn auch, in dessen Händen die organisatorischen Fäden des deutsch-schottischen Vergleichsrennens zusammen liefen. Klar war, dass in jedem Fall ein Boot aus Arnis gewinnen würde, denn zwei standen den Schotten zur Verfügung. Mit der Stoppuhr in der Hand gaben Birkhoff und und Wilfried Horns aus Kiel bei der „Schleiperle“ das Startsignal, und die „Knarr“-Skipper machten sich in Richtung Lindaunis bis zur Tonne 43 auf den Weg – eine Seemeile hin, eine zurück und das ganze an zwei Tagen sieben Mal.

Birkhoff und Horns kannten den inzwischen verstorbenen David Ryder-Turner persönlich und sind nach wie vor von ihm fasziniert. Sie bezeichnen den Geografie-Professor als einen Kosmopoliten, der sich in seiner Freizeit als Boots-Konstrukteur und Historiker in Sachen Yachten betätigte. Im reifen Alter drückte er als Ruheständler noch einmal die Schulbank und studierte Schiffsbau.

Übrigens war David Ryder-Turner die Schlei durchaus vertraut. Er war als Besatzungssoldat in Kiel stationiert, lernte die Schlei kennen und lieben und konzipierte einen Schlei-Kreuzer als offenes Kielboot. Allerdings, so ergänzt Enno Thyen aus Lübeck, wurde dieses Schiff nie gebaut, aber stand als Modell im Haus von David Ryder-Turner. Da habe er es gesehen und bewundern dürfen.

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