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Solidarität : Werkzeug für Flutopfer in Niederbayern

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Vor gut zwei Jahren litt Gelting unter Hochwasser. Jetzt sammelten die Bürger Werkzeuge, um damit die in diesem Jahr von der Flut gebeutelten Bayern zu unterstützen.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2013 | 16:30 Uhr

Ganz im Zeichen der Solidarität für die Leidensgenossen im niederbayrischen, zu Deggendorf gehörenden Fischerdorf stand eine Aktion der Interessengemeinschaft „Überschwemmungsgebiet Gelting und Umgebung“. Eine Fernseh-Reportage über das Ausmaß der Überflutung durch Isar und Donau hatte den IG-Vorsitzenden Hans-Peter Buchholz zutiefst berührt, kamen dabei doch die Bilder von der Überflutung von Gelting nach extremem Starkregen im September 2011 wieder ins Bewusstsein. Für ihn stand fest: „Wir müssen helfen.“

Gemeinsam mit Rolf Peters und Piet Nissen startete er eine Hilfsaktion. Binnen einer Woche kamen die in Fischerdorf so dringend benötigten Werkzeuge wie Hammer, Bohrer, Sägen, Zangen, Schraubzwingen, Kabeltrommeln, Wasserwaagen, Schraubenschlüssel, Steckschlüsselkästen und Ähnliches zusammen: Der Aufruf fand große Resonanz. Schnell wuchs der Werkzeug-Berg in dem bei Uwe Stauch eingerichteten Sammellager – auf insgesamt 1,2 Tonnen. Fest stand, dass die helfende Fracht zum knapp 1000 Kilometer entfernten Fischerdorf gebracht werden musste. Dafür stellte Stefan Führer einen Anhänger zur Verfügung, Buchholz und seine Frau Elisabeth machten sich auf, waren 13 Stunden unterwegs.

Die Spende war in Fischerdorf hoch willkommen, so Buchholz. Denn dort sei nichts mehr, wie es einmal war. All das Werkzeug, das in den Häusern vorhanden war, ist verrostet, nicht mehr zu gebrauchen. Totalschaden bei rund 150 Häusern. Der Anblick, so Buchholz, schmerze, denn die Bewohner stünden vor dem Nichts. Alle Häuser müssen abgerissen werden, dann soll der Wiederaufbau beginnen – mit Zuschüssen der öffentlichen Hand.

Der Dank für das Geltinger Engagement war in Fischerdorf groß. Die Betroffenen wissen es laut Buchholz zu schätzen, dass ebenfalls von Hochwasser Betroffene ihnen als Leidensgenossen helfen. Das sei gelebte Solidarität. Für Buchholz steht ohne Wenn und Aber fest, dass das Ausmaß der Schäden an Donau und Isar weitaus größer war und ist als das vor über zwei Jahren in Gelting, aber: „Wir wollen, dass sich das auch für uns nicht wiederholt.“

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