Kappelner Tafel : Wer hilft, wird zum „Ritter“

Vorsitzender Bernd Carow (r.) und sein Stellvertreter Peter Lühder mit den Tellern, die Sponsoren als Dank für ihr Engagement als „Ritter der Tafel“ erhalten.
Vorsitzender Bernd Carow (r.) und sein Stellvertreter Peter Lühder mit den Tellern, die Sponsoren als Dank für ihr Engagement als „Ritter der Tafel“ erhalten.

Die Mitglieder der Kappelner Tafel trafen sich zur Jahresversammlung.

shz.de von
11. März 2019, 15:42 Uhr

Kappeln | Der Verein „Kappelner Tafel“ ist 2012 aus der Initiative „Tischlein deck dich“ hervorgegangen und zählt derzeit 47 Mitglieder. Und die setzen alles daran, Menschen, die Hilfe benötigen, zu helfen: Jeden Freitag geben die Helfer der Tafel im Begegnungszentrum (Bez) Lebensmittel aus. Das ist jedes Mal ein großer organisatorischer Aufwand, denn morgens ab 8 Uhr wird für die Ausgabe ab 13.30 Uhr im Tagungsraum alles aufgebaut – und später wieder abgebaut. Doch die Ehrenamtler machen das gerne: „Wir wollen helfen.“

Bei der Jahresversammlung waren es Vorsitzender Bernd Carow, seit einem Jahr im Amt, sein Stellvertreter Peter Lühder und Kassenwart Thomas Trautloff, die rückblickend Bilanz für 2018 zogen. Dabei machten sie deutlich, dass die Anzahl der Kunden wachse. Zunehmend stellen sich Alleinerziehende bei der Tafel ein. Das Engagement zum Wohle von Menschen, die auf eine Lebensmittel-Hilfe angewiesen, genieße allgemein viel Wertschätzung, freuten sich die Vorstandsmitglieder. Zu den positiven Nebeneffekten gehört, dass Lebensmittel, die sonst weggeworfen werden, Abnehmer finden. Die Unterstützung von Firmen und Privatpersonen sei groß, sagte Bernd Carow. Es gebe etliche Sponsoren, die regelmäßig mit Spenden die Arbeit unterstützen und dazu gehöre seit vier Jahren als Schirmherr der Kappelner Tafel auch die Musikgruppe „Santiano“ aus Flensburg.

Der Vorsitzende berichtete von „unerwartetem Besuch“ im vergangenen Jahr: Die Lebensmittelkontrolle beanstandete die Kühlkette, aber Die neue Auflagen, wurden inzwischen durch Umbauten erfüllt.

Überhaupt sei viel Engagement vonnöten, um die sich selbst gestellte Aufgabe zuverlässig Woche für Woche zu erfüllen. Die Bereitschaft, dies alles zu unterstützen, sei groß, freuten sich der Vorsitzende und sein Stellvertreter. Immer wieder kommen Besucher, um sich über die Arbeit zu informieren. Dazu gehören Schulen und kirchliche Einrichtungen. Sie sammeln Lebensmittel ein und reichen sie an die Tafel weiter. Als bedauerlich bezeichnete es der Vorsitzende, dass 15 der blauen Lebensmittelkisten spurlos verschwunden sind, desgleichen eine Fahne, die freitags am Eingang zum Bez auf die Lebensmittelausgabe hinweisen. Erneut habe der Verein bei der Stadt einen Zuschuss beantragt. Doch da gab es einige Irritationen. Man sei miteinander im Gespräch, um diese zu bereinigen.

Kassenwart Thomas Trautloff gewährte Einblicke in die finanzielle Situation, die dank der Dauerspender eine Rücklage ermöglicht – für Anschaffungen und „Unvorhergesehenes“. Angesprochen wurde die Notwendigkeit eines Shuttle-Busses ebenso wie der große Vorteil, dass das Begegnungszentrum von der Tafel mietfrei genutzt werden dürfe. Wichtig sei die Transparenz und da sei jedermann eingeladen, sich zu informieren und mitzumachen. Was zum Selbstverständnis der Hilfe für Bedürftige gehört, formulierte Bernd Carow so: „Wir waren alle Ehrenamtler, sind es und werden es auch bleiben“.

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