zur Navigation springen
Schlei-Bote

19. August 2017 | 00:44 Uhr

Wenn Jungwähler fiebern

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Carolin Puls feierte erst Geburtstag und ging dann wählen

Endlich 18! Endlich darf Carolin Puls allein ein Auto steuern. Und endlich darf sie wählen. Am Freitag hat die Flensburger Gymnasiastin mit Freunden hinein-, am Sonnabend schließlich Geburtstag gefeiert. Und am Sonntag um 12 Uhr hat Carolin Puls die „Chance genutzt“, ihre Stimme abzugeben. Im Wirtschaft-Politik-Unterricht am Fördegymnasium habe der Kurs herausgearbeitet, „dass es eine Politikverdrossenheit gibt. Ich möchte nicht dazu beitragen.“

Die Unlust vieler Menschen an Politik führt sie unter anderem darauf zurück, dass „viel gesagt und nicht immer durchgesetzt worden sei“. Auch störten Fälle wie der von Guttenberg das Vertrauen in Politik und Politiker, vermutet Puls.

Sie ist eine von drei Millionen Erstwählern in der Bundesrepublik. Abgesehen von ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder, habe ihre gesamte Familie ebenfalls gewählt. Ihr ist bewusst, dass eine Stimme nichts ändert. „Aber die Menge macht’s“, sagt Carolin Puls. Sie habe sich im Internet informiert, „was die einzelnen Parteien wollen“, erklärt die Schülerin ihre Vorbereitung und ergänzt, dass sie auch mit ihrer Mutter über Politik gesprochen habe. Auch der Wahl-O.-Mat habe „ein bisschen geholfen“ bei der Orientierung. Insbesondere die Felder Familienpolitik und Jugend interessierten sie, im Einzelnen Bafög und Mindestlohn.

Von ihren Mitschülern – vorausgesetzt, sie hatten ähnliches Glück wie die 18-Jährige und vor dem 22. September Geburtstag – wisse sie, dass die meisten zur Wahl gegangen seien, jedoch nicht, was sie gewählt haben.

Ins Wahl-Lokal sei sie mit einem „neuen Gefühl“ gegangen, und zwar, „dass man jetzt mitwirken kann“. Tatsächlich habe sie sich „erwachsen gefühlt“. Gut vorbereitet wie die Gymnasiastin war, habe sie nicht erst vor Ort entschieden, welche Partei ihre Erst- und welche ihre Zweitstimme verdient. Und nach 18 Uhr am Wahl-Sonntag bemerkt die Erstwählerin: „Die ersten Prognosen hören sich doch schon ganz gut an.“ Selbst wenn ihre Wunsch-Partner, die sie natürlich geheim hält, nicht koalieren, ist die 18-Jährige überzeugt, dass die künftige Koalition Deutschland dennoch gut regieren würden. Carolin Puls ist zuversichtlich und zeigt keine Spur von Politikverdrossenheit.

zur Startseite

von
erstellt am 23.Sep.2013 | 00:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen